Tierrechte und öffentlicher Druck

Der Erfolg im Tierschutz ist ein kontinuierlicher – ein vermehrter Umstieg auf tierfreundliche und gewaltfreie Lebensweise  ist besonders durch das immer steigende Angebot entsprechender Produkte, und durch Beiträge in den Medien erkennbar. Eine Evaluierung, wie sehr sich die Zahl von vegan lebenden Menschen erhöht hat, wird es aber erst 2014 wieder geben.

DerStandardFreie Presse , Falter , Welt

Der Mehrheitswille PRO Tierschutz ist ganz offensichtlich vorhanden und auch durch Umfragen belegt, bereits gegeben. Doch sowohl ausbeutende Unternehmen/Betriebe – im Tierschutzbereich und gleichermaßen bei Menschenrechten  – als auch Politik, insbesondere die ÖVP, brauchen öffentlichen Druck engagierter BürgerInnen.

Tierrechte spielen bei der Entscheidung zur Veganen Ernährung für die meisten die tragende Rolle. Gesellschaftlich spricht sich das Thema zwar unter Befürwortern und Gegnern herum, politisch bleibt das Thema meist eher im Hintergrund, bis von der Öffentlichkeit und NGOs konkrete Reformen gefordert werden. Erfahrungen aus vergangenen Kampagnen zeigen, dass für eine Veränderung öffentlicher Druck und öffentliche Anwesenheit von Aktivismus unerlässlich ist. Derzeit realistische Forderungen sind zwar klein, aber daher umso erfolgreicher, um sich schrittweise Tierrechten annähern zu können.
Beispiele sind das Verbot von Käfighaltung von Legehennen, Verbot von Kastenstandhaltung bei Zuchtsauen, Verbot von Tierversuchen, die schweres Leid zufügen (soll anhand eines Evaluierungskataloges festgestellt werden), Verbot von Käfighaltung bei Kaninchen oder die etwas größere erfolgreiche Forderung Verbot von Pelztierfarmen in Österreich.
Die Liste von Verboten aufgrund von klaren Tierschutzdefiziten erweitert sich. Ausbeutungsrechte sollen immer weiter eingeschränkt werden. Dieser Weg der kontinuierlichen Verbesserungen durch Einschränkungen der Ausbeutung, könnte hoffentlich bald erweitert werden durch die Einführung von bestimmten Grundrechten für Tiere.
Ein entscheidender Schritt hinsichtlich dessen, ist Tierschutz im Verfassungsrang, nac h 17 Jahren, genaugenommen seit letzten Donnerstag.

Aber auch dabei gibt es Haken, nämlich die schwache Formulierung und die gleichzeitige Umsetzung von Fleischproduktion, Tierversuchen und Jagd im Verfassungsrang.

In Österreich handelt es sich bei den Verursachern dieser Haken – lange Übergangsfristen, unvollständige Umsetzung nach langem Ignorieren, etc. – ausnahmslos immer um die Lobby für Agroindustrielle, unter anderem die Tierindustrie, als deren Sprachrohr und Verteidiger sich die ÖVP bewiesen hat. Auch bei dem Pestizidverbot, um weiteres Bienensterben einzuschränken, galt langes Hinauszögern.
Vor den Wahlen jedoch, gilt es, den Willen der Mehrheit nicht mehr zu blockieren, weshalb Neonicotinuide für einige Jahre verboten werden sollen. (Mehr zum Bienensterben hier: http://www.vgt.at/presse/news/2013/news20130514mh_3.php )  Auch bei jedem anderen der Erfolge im Tierschutzbereich hat sich die ÖVP oft über Jahre quergestellt, bis der Mehrheitswille durch den öffentlichen Druck überwältigend wurde.

Auch für Kinderrechte, Arbeitnehmerrechte, Konsumentenschutz, Frieden, etc. ist Druck essentiell. Ohne gewaltlosen Widerstand gegen Gewalt, mit simplen Aufgaben, wie Leserbriefe, Lesekommentare, Informieren von Menschen über politische und gesellschaftliche Zustände, bis hin zum zivilen Ungehorsam, gibt es keine weitreichenden Veränderungen.
Wir haben die Gelegenheit in einer Demokratie zu leben und müssen diese konstruktiv nutzen, um destruktives Verhalten gegenüber Mitgeschöpfen zu beenden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.