Neues Jahr, neuer Schwung bei der Demo gegen den Jägerball 2015

Jedes Jahr kommen mehr DemonstrantInnen zur Demo gegen den jährlichen Jägerball in Wien. Sowohl AN.RI.AC, als auch der VGT waren dabei. Schon von weitem sind die Rufe der TierqualgegnerInnen zu hören und diese zeigen damit, dass die Jagd,  vor allem die Hobbyjagd, schon lange nicht mehr von der Bevölkerungsmehrheit akzeptiert wird.

In Anzügen, Tracht und in mit mehreren toten Tieren bestückten Pelzmänteln erscheinen noch bis spät in die Nacht Ballgäste, die ungestört das Töten von Lebewesen feiern wollen. Einige davon sind in dem Glauben, sie täten etwas Gutes für die Umwelt oder behüten eine wertvolle Tradition, manche bezeichnen es gar als Sport. Doch es sind gerade die Gebiete, wo Jagd betrieben wird, in denen es die geringste Artenvielfalt gibt, sowohl unter Tieren als auch Pflanzen. Die begehrten Jagdtrophäen – wie sie nach ihrem Tod heißen – werden zunächst über den Winter gefüttert, um ihre Produktivität zu steigern, sie bekommen mehr Kinder. Diese Überzahl an beispielsweise Rehen und Hirschen kann tatsächlich, wie die JägerInnen behaupten, für ihren Lebensraum von Nachteil sein, da sie junge Bäume essen und zudem auch die Rinde von älteren Bäumen schädigen, was zum Absterben führt. Laubbäume, die in Österreich an vielen Orten natürlich wachsen würden, bekommen nicht die Chance. Doch die JägerInnen verursachen die Verbiss- und Fegeschäden selbst. Statt die Umwelt zu schützen, schadet die Jagd den heimischen Ökosystemen.

Auch das Leid, das durch die Jagd verursacht wird, kümmert bei dem prunkvollen Ball keinen der Gäste. Die meisten Tiere sterben durch einen Schuss nicht sofort. Das trifft besonders bei Treibjagden zu. Es ist schwierig, ein verängstigtes Tier auf der Flucht gezielt zu erschießen. Viele Tiere entkommen bei Treibjagden angeschossen und sterben langsam und qualvoll, manchmal erst nach einigen Tagen. Mütter werden von Kindern getrennt, alle versuchen zu fliehen, aber es wird auf alles geschossen, das sich bewegt. Bei Treibjagden herrscht Angst im Wald. Nichts daran ist edel, umweltfreundlich oder gar tierfreundlich. Für die TierfreundInnen, die vor dem Eingang zum Jägerball demonstrierten, und für immer mehr mitfühlenden BürgerInnen, ist es inakzeptabel, dass eine solch blutige Tradition mit großem Jubel gefeiert wird.

Dennoch verlief die Demonstration, wie üblich, von Seiten der TierrechtlerInnen friedlich, aber laut, obwohl es viele Provokationsversuche von Ballgästen gab. Solange es die unzeitgemäße Jagd noch geben wird, werden sich auch TierfreundInnen vernetzen und sich für einen gewaltfreien Umgang mit unseren Mitlebewesen engagieren.

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