Kategorie-Archiv: Singvogelfang

Vogelausstellung in Linz: Tierliebe oder Tierqual?

Tierquälerei ist verboten, Tierschutz hat inzwischen sogar im Verfassungsrang, aber das ändert nichts an der traurigen Tatsache, dass Tiere rechtlich gesehen, wie Dinge behandelt werden können.
Der folgende Text ist ein kurzer AugenzeugInnenbericht von einer Person, die die Vogelschau in Linz (Volkshaus Neue Heimat) besucht hat und von der Erfahrung schockiert ist:

Da ich davor noch nie auf einer Vogelausstellung war und mich selbst überzeugen wollte, wie so eine Ausstellung aussieht, war ich heute (Sonntag, 24.11.) im Volkshaus neue Heimat, am letzten Tag der großen Vogelschau.

Schon vor dem Betreten der Halle war das nervöse Zwitschern und Pfeifen von vielen angsterfüllten Vögeln zu hören. Ich war schockiert, wie klein die Ausstellungskäfige waren. Die Ausstellung selbst fand 3 Tage hintereinander für mehrere Stunden statt.

Auf der Bühne waren Vögel zum Verkauf ausgestellt. Rechts hinten auf einem Tisch standen zwei Boxen, die offenbar zum Transport gedacht waren. Diese Transportkäfige waren noch viel enger als die Ausstellungskäfige mit nur einer offenen Seite. Drei Vögel befanden sich jeweils darin. Ich empfand das als furchtbare Rücksichtslosigkeit, besonders da sich diese Menschen Vogelliebhaber nennen.
Vogelfreunde sperren keine Vögel in Käfige, denn diese wollen sich frei bewegen. In Käfigen können sie kaum ihre Flügel benutzen.
Einzelne Vögel wirkten desorientiert, manche versuchten aus dem Käfig zu kommen und flatterten immer wieder gegen die Wand. Einige Wellensittiche kletterten auf den Gitterstäben hin und her.
Ein Stieglitz viel mir besonders auf. Er schien sehr desorientiert, wankte und konnte kaum auf den Stangen sitzen bleiben.

Auch wenn diese Vögel die restliche Zeit in Volieren gehalten werden, kann das nicht rechtfertigen, dass sie gelegentlich als Ausstellungsmaterial und Ware behandelt werden.
Wie kann eine derartige Tierqäuerlei im Volkshaus Neue Heimat von der Gemeinde zugelassen werden? Ich hoffe, dass Vögel und Tiere, egal welcher Art, so etwas bald nicht mehr miterleben müssen. Ich möchte nicht, dass derartige Veranstaltungen nochmal in meiner Nähe stattfinden.

Ein weiterer AugenzeugInnenbericht ist hier zu finden: http://annahajakygeisler.wordpress.com/2013/11/24/singvogel-als-hobbymaterial-liebe-zum-lebewesen/

Wer das Volkshaus Neue Heimat bitten möchte, keine Vogelausstellungen mehr zuzulassen, kann an diese E-Mail Adresse (Kontakt vom Volkshaus Neue Heimat) wenden: reinhard.erhardt@mag.linz.at
Vorsorglich ist es auch sinnvoll, sich an die eigene Gemeinde zu wenden, um Tierausstellungen verhindern zu können.
Wer auch die VeranstalterInnen kontaktieren will: http://www.akv-linz.at/  , http://www.kleintierzucht-roek.at/roek/ausstellungen/vereinsausstellungen.html

Tierrechtsradio-Mitschnitt vom 22.11.2013: Mahnwache Tierrechte Jetzt!

Am vergangenen Samstag fand in Wien die Mahnwache „Tierrechte Jetzt!“ statt, an der auch einige Veggies teilnahmen. Im Tierrechtsradio wurde heute über die Mahnwache berichtet:

Tierrechtsradio vom 22.11.2013

Das im Tierrechtsradio erwähnte Kurzvideo über die Aktion könnt ihr euch hier ansehen:

 

Von Sturheit und Widersprüchlichkeit

Auch bei Bemühungen um umfassenden Tierschutz im Verfassungsrang gibts es seitens der Koalition und FPÖ viel Sturheit und Widersprüchlichkeit, siehe: Link

Gespräche mit Interessierten, KritikerInnen, traditionell-sturen „Naa“-Sagern oder PolizistInnen erweisen sich immer wieder als kleine Erlebnisse bei Demonstrationen und Infotischen.

Polizisten bestehen auf Bewilligung für Meinungsfreiheit:
Am Sa,8.6.13 verlangten die Polizisten vor Ort von einem Aktivisten  eine Bewilligung für die Ausübung des Grundrechts Meinungsfreiheit (wie Halten eines Schildes). Alleine oder zu zweit zu flyern oder ein Schild zu halten ist ohne Anmeldung erlaubt. Ab drei Personen handelt es sich um eine Versammlung, die zwar angemeldet werden muss, aber NICHT GENEHMIGT (VERSAMMLUNGSFREIHEIT!!)

Schnitzel schmeckt besser als Menschen- und Tierrechte:
Manchen Menschen, einzuordnen in der Kategorie „traditionell-sture Naa-Sager“, ist ihr Schnitzel nicht nur wichtiger als das leidende Tier, sondern auch wichtiger als Futtermittelexport für Nutztiere aus Hungerländern. Dazu wichtige Infos hier: Link

Singvogelfang hat’s immer schon gegeben…
als pro-Tierqual Argument. Oft halten unsichere Menschen sich an der Tradition fest.

Fleisch bei einer Veranstaltung für Nachhaltigkeit:
Die Grünen, die von Umweltschutz sprechen, baten beim Sommerfest in Linz widersprüchlicher Weise auch Biofleisch an. Dieses verursacht jedoch einen viel größeren ökologischen Fußabdruck als pflanzliche Lebensmittel. Auch mehrheitsfähig ist es nicht, da nur ein kleiner Bruchteil Biofleisch essen kann. Wenn alle Menschen Biofleisch kaufen, muss die Fleisch-und die Futtermittelmenge erhöht werden, was zur Folge hat, das Biobetriebe sich ebenfalls in konventionelle verwandeln.
Bei den Gesprächen wurde der Sorge darüber, dass die Grünen Produkte bewerben, die umweltschädlich sind, ausgewichen.

Tierschutz in die Verfassung! – mit viel Unterstützung

Trotz der vielen italienischen Verkaufsstände auf der Landstraße, gab es am 13.4.2013 in Linz wieder einen großen Aktionstag für die Umsetzung von Tierschutz in die Verfassung.

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Im Anschluss trafen sich die Salzkammergut Veggies mit den Veggies-Linz zu einem außerordentlichen veganen Stammtisch. Das Linzer Taj Mahal in der Adlergasse öffnete hierfür das Lokal eine Stunde früher und stellte ein rein veganes Buffet zusammen.

Mit Schildern, Transparent und Flyern wurde auf der Landstraße gegen weitere Verzögerungen seitens der ÖVP protestiert. Zahlreiche Unterstützung gab es an diesem Tag auch von Veggies aus Gmunden und Scharnstein.

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Schon seit 2004 steht der Wortlaut für Tierschutz in die Verfassung fest:
Der Staat schützt das Leben und das Wohlbefinden der Tiere aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf.“ Beim einstimmigen Parlamentsbeschluss im selben Jahr, stimmte auch die ÖVP, so wie alle Parteien zu, Tierschutz in den Verfassungsrang zu heben. Dennoch bleibt die ÖVP bis heute die einzige Partei, die die Umsetzung durch immer wechselnde Vorwände verhindert.

Ein Aktivist in der Rolle der ÖVP, präsentierte den Werbespruch  „ÖVP steht für TIERQUAL“, während andere AktivistInnen mit „Tierschutz in die Verfassung, JETZT“-Schildern Infomaterial verteilten und PassantInnen bestärkten, mit zu protestieren. Für alle PassantInnen, die keine Zeit hatten, sich mit den AktivistInnen zu unterhalten, war dennoch deutlich überall www.tierschutz-in-die-Verfassung.at zu lesen. Auf dieser homepage kann jede/r die online Petition unterschreiben oder beim E-Mail Protest Roulett mitmachen – ganz schnell und einfach.

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Während des Aktionstages wurde auch Singvogelfang mit einer Petition, Plakaten und in Gesprächen thematisiert. Singvogelfang ist nur noch im oö Salzkammergut erlaubt und sogar durch die UNESCO geschützt. Solange Tierschutz nicht in der Verfassung steht, kann es auch keine Rücksicht auf das Wohlergehen von Singvögeln geben, die während der Vogelfangsaison allein für Tradition leiden. In allen anderen Bundesländern ist das Ausstellen von Wildfängen seit dem in Kraft treten des österreichischen Bundestierschutzgesetzes untersagt!
Deshalb wird es auch weiterhin in Linz und zusätzlich im oö Salzkammergut in den kommenden Wochen und Monaten sowohl Aktivitäten zu Tierschutz in die Verfassung, als auch zu Singvogelfang geben.

Vielen Dank für das große Engagement für Tierschutz in die Verfassung!

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