Monatsarchiv: Januar 2015

Neues Jahr, neuer Schwung bei der Demo gegen den Jägerball 2015

Jedes Jahr kommen mehr DemonstrantInnen zur Demo gegen den jährlichen Jägerball in Wien. Sowohl AN.RI.AC, als auch der VGT waren dabei. Schon von weitem sind die Rufe der TierqualgegnerInnen zu hören und diese zeigen damit, dass die Jagd,  vor allem die Hobbyjagd, schon lange nicht mehr von der Bevölkerungsmehrheit akzeptiert wird.

In Anzügen, Tracht und in mit mehreren toten Tieren bestückten Pelzmänteln erscheinen noch bis spät in die Nacht Ballgäste, die ungestört das Töten von Lebewesen feiern wollen. Einige davon sind in dem Glauben, sie täten etwas Gutes für die Umwelt oder behüten eine wertvolle Tradition, manche bezeichnen es gar als Sport. Doch es sind gerade die Gebiete, wo Jagd betrieben wird, in denen es die geringste Artenvielfalt gibt, sowohl unter Tieren als auch Pflanzen. Die begehrten Jagdtrophäen – wie sie nach ihrem Tod heißen – werden zunächst über den Winter gefüttert, um ihre Produktivität zu steigern, sie bekommen mehr Kinder. Diese Überzahl an beispielsweise Rehen und Hirschen kann tatsächlich, wie die JägerInnen behaupten, für ihren Lebensraum von Nachteil sein, da sie junge Bäume essen und zudem auch die Rinde von älteren Bäumen schädigen, was zum Absterben führt. Laubbäume, die in Österreich an vielen Orten natürlich wachsen würden, bekommen nicht die Chance. Doch die JägerInnen verursachen die Verbiss- und Fegeschäden selbst. Statt die Umwelt zu schützen, schadet die Jagd den heimischen Ökosystemen.

Auch das Leid, das durch die Jagd verursacht wird, kümmert bei dem prunkvollen Ball keinen der Gäste. Die meisten Tiere sterben durch einen Schuss nicht sofort. Das trifft besonders bei Treibjagden zu. Es ist schwierig, ein verängstigtes Tier auf der Flucht gezielt zu erschießen. Viele Tiere entkommen bei Treibjagden angeschossen und sterben langsam und qualvoll, manchmal erst nach einigen Tagen. Mütter werden von Kindern getrennt, alle versuchen zu fliehen, aber es wird auf alles geschossen, das sich bewegt. Bei Treibjagden herrscht Angst im Wald. Nichts daran ist edel, umweltfreundlich oder gar tierfreundlich. Für die TierfreundInnen, die vor dem Eingang zum Jägerball demonstrierten, und für immer mehr mitfühlenden BürgerInnen, ist es inakzeptabel, dass eine solch blutige Tradition mit großem Jubel gefeiert wird.

Dennoch verlief die Demonstration, wie üblich, von Seiten der TierrechtlerInnen friedlich, aber laut, obwohl es viele Provokationsversuche von Ballgästen gab. Solange es die unzeitgemäße Jagd noch geben wird, werden sich auch TierfreundInnen vernetzen und sich für einen gewaltfreien Umgang mit unseren Mitlebewesen engagieren.

Der Burzzi Babyshop – Linz 1. veganer Babyshop

burzzi2

Bereits seit einiger Zeit gibt es mit dem Burzzi Babyshop in der Rainerstraße 19 in Linz den ersten veganen Babyshop. Wir haben mit Daniela Gebelhaider, der Gründerin des Unternehmens, ein kleines Interview geführt:

Veggie:
Hallo Daniela, als erstes vielleicht ein paar Worte zu dir und deiner Familie?

Daniela Gebelhaider:
Ich bin 30 Jahre alt, habe 2 Kinder, bin zertifizierte Trageberaterin der Trageschule Österreich und Schweiz. Kids und ich ernähren uns großteils vegan. Wir wohnen in Linz.

burzzi

Veggie:
Du hast vor kurzem ein Geschäft (https://www.facebook.com/burzzibabyshop bzw. http://www.burzzi-babyshop.at) für Baby Bekleidung in der Linzer Rainerstraße eröffnet. Was bietest du denn da so an?

Daniela Gebelhaider:
Zuerst hatten wir nur einen Onlineshop eröffnet, aber unsere Kunden haben uns rasch überzeugt auch ein Ladengeschäft zu eröffnen. Daher sind wir nun ein Linzer Fachgeschäft rund ums Thema Babytragen. Wir verkaufen Tragetücher, Tragehilfen, Zubehör und Accessoires für Babys. Alle Produkte sind vegan, großteils Bio, Fairtrade und/oder regional hergestellt.

Veggie:
Wie bist du auf die Idee gekommen diesen Shop zu eröffnen bzw dich selbstständig zu machen und wie darauf den Shop rein vegan zu gestalten?

Daniela Gebelhaider:
Nach der Geburt meines ersten Kindes hab ich mich mit der möglichst „artgerechten“ Erziehung von Babys beschäftigt und bin so auf Attachment Parenting gestoßen. Dabei spielen Tragen, Stillen, etc. eine wichtige Rolle.

Wenn man das seinem eigenen Kind ermöglichen möchte, wünscht man sich das auch für alle Tiereltern und Tierkinder. Daher sind wir zu 100% vegan in unserem Konzept. Auch wenn wir dadurch wettbewerbsmäßig vielleicht schlechter gestellt sind.

Veggie:
Kannst du das mit dem Wettbewerb näher erläutern? Welche Probleme ergeben sich durch deine (sehr vorbildliche) Einstellung?

Daniela Gebelhaider:
Die Werbung suggeriert, dass nur „natürliche“ Fasern wie Wolle und Seide gut genug für die empfindliche Babyhaut wären. Dabei erreicht man die selben Ergebnisse mit Bambus, Leinen, Hanf und der guten alten Baumwolle. Die Leute daher oft erst sktepisch oder nehmen es gar persönlich, wenn man keine tierlichen Produkte auf Lager hat. Das ist ein bisschen wie beim Fleisch essen: auch dort wurde jahrzehntelang lobbyiert und den Menschen eingetrichtert, dass man nur mit Fleisch leistungsfähig sein kann.

Erklärt man erst mal, was hinter Wolle & Co. steckt und welche Vorteile pflanzliche Fasern bieten, können die meisten jedoch schnell überzeugt werden. So sind pflanzliche Stoffe meist einfacher zu reinigen & zu trocknen (wäschetrocknergeeignet) und laufen nicht ein, wie das bei Wolle bspw. durchaus passieren kann.

ring1

Veggie:
Wie sind denn die Preisunterschiede zw. fairer, veganer Bio-Mode und nicht-fairer Mode?

Daniela Gebelhaider:
Unfair produzierte Mode bringt aufgrund der dahinterstehenden Ausbeutung bis zu 10x mehr Gewinn. Fair produzierte Mode bringt dafür z.B. den NäherInnen mehr Gehalt, die sonst in Bangladesh und anderen Ländern einen Hungerlohn erhalten. Wenn die Mode dazu noch bio und vegan ist, schont sie auch noch Tiere und Umwelt. Das schlägt sich natürlich auf den Preis nieder, ist aber jeden Cent mehr wert.

Veggie:
Ist es denn schwierig entsprechende Produkte zu finden, wie ist es hier um den Markt allgemein bestellt?

Daniela Gebelhaider:
Es ist sehr schwierig, ich habe ein Jahr Vorbereitung benötigt und bin dann bei Herstellern aus Österreich und Deutschland fündig geworden. Das Besondere dabei: diese Firmen sind meistens auch ziemliche One-Woman-Shows. Meist sind das Mütter, die etwas Neues entstehen lassen wollen.

Veggie:
Hast du weitere Pläne zur geschäftlichen Zukunft, irgendwelche Ideen die du verwirklicht sehen möchtest?

Daniela Gebelhaider:
Wir werden unsere eigene vegane, Bio/Fairtrade Kleidungslinie für Babys herausbringen, vermutlich im Frühjahr/Sommer 2015.

Veggie:
Ein wenig was persönliches: Wie lange lebst du schon vegan oder vorwiegend vegan?

Daniela Gebelhaider:
5 Jahre vegetarisch, dann durch meinen Lebensgefährten eine kurze Omniphase, seit 2,5 Jahren fast vegan. Ein paar Baustellen haben wir noch 🙂 Die Milch im Kaffee ist derzeit noch mein Untergang.

vegs

 

Veggie:
Wie wurde denn dein Ausstieg aus dem Tier“produkt“konsum denn so aufgenommen – von Familien, Freunden, Lebensgefährte? Gibt es da manchmal Probleme, auch hinsichtlich deiner Kinder?

Daniela Gebelhaider
Die denken das sei eh nur eine Phase. Mein Mann isst anstandslos mit uns zuhause mit, weil es so gesund ist. Der Große lebt zuhause vegan, wenn er woanders ist, kann er essen was er möchte. Er wird 2,5 Jahre alt. Der Kleine wird bald 1 und bekommt aus Überzeugung nur meine Muttermilch in den ersten 2 Jahren als Eiweißquelle, also kein Kuhmilchpulver oder dergleichen. Darüber hinaus isst er schon normales, veganes Essen und ihm geht es prächtig. Leider sind Ärzte & Co oft schlecht informiert wenn es um Ernährungsfragen geht. Stichwort: Eisen.

Gerade Frauen haben da ja oft Probleme, unabhängig von der Ernährungsweise. Meine Eisenwerte wurden erst durch die vegane Ernährung richtig gut. Vorher waren sie katastrophal niedrig.

Veggie:

Hast du sonst noch Veränderungen durch deine Ernährungsumstellung festgestellt?

Daniela Gebelhaider:
Nein eigentlich nicht. Nur finde ich das Essen jetzt viel abwechslungsreicher und bunter.

Veggie:
Gibt es etwas, was du den LeserInnen sonst noch mitteilen möchtest und/oder wünsche für die Zukunft?

Daniela Gebelhaider:
Dass alle Kinder, egal ob Mensch oder Tier, glücklich und bedürfnisorientiert aufwachsen dürfen.

Veggie:
Danke für das Gespräch Daniela!

Daniel Gebelhaider:
Ich danke ebenfalls.

Einladung zur Jägerballdemo in Wien

Die Jagd stellt nicht nur eine Gefährdung für den Menschen dar, sondern führt durch unnatürlich hohe Wildbestände zur Zerstörung von Wäldern. Besonders die Gatterjagd stellt ein großes Problem dar, bei der die Tiere in hoher Zahl nur für den Abschuss gezüchtet werden. Ohne Fluchtmöglichkeit werden die Tiere dann in einem Kugelhagel massenhaft getötet.
Unterstützt uns bitte bei unseren Aktivitäten gegen die Jagd und kommt zur Jägerballdemo! Bring Schilder, Instrumente, Pfeifen, Kostüme, FreundInnen … oder komm einfach so!

Zeit: 19:00 – 00:00 (Einlass der Ballgäste ab 20:00)
Ort: vor der Hofburg, 1010 Wien
Kontakt Dani: 0699/17389569

Infos: http://vgt.at/presse/news/2015/news20150114es.php
oder https://www.facebook.com/events/377047405790562

Für eine Fahrgemeinschaft aus Linz nach Wien wird noch jemand gesucht, der/die mit dem Auto hinfahren kann. Wer Bedarf an einer Fahrgemeinschaft hat, bitte unter annahgt17m@gmail.com bescheid sagen.

gegen Tierversuche…

Ein Zitat  von der Website www-cd-koerperpflege.de:

„Seit 1998 verzichtet die deutsche Kosmetikindustrie freiwillig auf Tierversuche für kosmetische Fertigprodukte. Seit September 2004 sind diese sogar EU-weit verboten. Dieses Gesetz verhindert allerdings nur, dass Fertigprodukte nicht mehr an Tieren getestet werden dürfen. Es schließt hingegen nicht aus, dass einzelne Rohstoffe immer noch bei Tierversuchen auf ihre Sicherheit geprüft werden.

Da alle Inhaltsstoffe, ob natürlichen oder synthetischen Ursprungs, nach den chemikalienrechtlichen Vorgaben abgesichert sein müssen, wurde jeder Stoff (auch Bio-Inhaltsstoffe!) irgendwann mindestens einmal im Tierversuch getestet. Solche Tests können teilweise Jahrzehnte zurückliegen. Daher kann von keinem Kosmetikprodukt (nicht einmal von zertifizierter Naturkosmetik, wie z.B. BDIH-zertifizierten Produkten) behauptet werden, dass es zu “100% tierversuchsfrei ist… „

Ich denke ein Bewusstsein darüber ist wichtig… auch persönliches Interesse daran, ob ein Unternehmen neue Aufträge zum Test von Rohstoffen veranlasst oder auf alte bereits bewährte Ergebnisse setzt (z.B.. ist lange schon bekannt, dass unter anderem Avocados als Inhaltsstoff dem menschlichen Körper nicht schaden, muss daher nicht nochmal getestet werden!).

Alles Liebe,

Bianca