Monatsarchiv: November 2014

„Der Hund und sein Philosoph“ – Autonomie für Tiere

Vergangenen Freitag stellte Tierrechtler, VGT Obmann und Autor Martin Balluch sein neustes Buch „Der Hund und sein Philosoph vor“. Bei der Buchpräsentation wurden die Gäste vom Restaurant Cose Cosi, das eigens eine vegane Karte zusammengestellt hatte, verköstigt.

Martin Balluch plädiert in seinem Buch nicht vordergründig für die Vermeidung von Leid, sondern für die Autonomie von Tieren, auch wenn sie mit Menschen zusammenleben. Tiere gelten rechtlich noch als Dinge, weshalb Menschen als ihre BesitzerInnen bestimmen, wie mit ihnen umgegangen wird. Auch für Hunde gilt das, obwohl sie mit ihren Menschen enge Beziehungen formen können und auch bekannt ist, dass Tiere komplexe Emotionen und Wünsche haben. Nichtsdestotrotz sind sie in einer menschlichen Gesellschaft zweitrangig. Auch herrscht noch immer der Glaube, Mensch müsse Hund unterwerfen, da sonst die Hunde die Gelegenheit nutzen, selbst den Menschen zu dominieren.

In seinem Buch beschreibt Martin Balluch aber, dass es auch anders sein kann, dass ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Mensch und Tier möglich ist und mensch seinem Begleiter auch autonom denken und handeln lassen soll. Die Beziehung von Martin und seinem Hund Kuksi ist nur eines vieler Beispiele, dass eine Freundschaft zweier verschiedener Spezies auf gleicher Augenhöhe möglich und sogar sehr bereichernd ist.
Er erzählt von vielen Erlebnissen mit Kuksi auf ihren Wanderungen in der Natur, fern ab aller gesellschaftlichen Einflüsse – aber auch von den Erfahrungen, die die beiden in der Stadt im Alltag machen. Anders als bei den meisten Hunde „Besitzern“, wird Kuksi nicht ständig an der kurzen Leine gehalten. Er bewegt sich ohne Leine selbstsicher auch im Straßenverkehr, achtet auf ankommende Autos und verhält sich in Gefahrensituationen angemessen, ohne dass er je darauf konditioniert wurde.
Ein besonders wichtiger Punkt dabei, mit einem Hundepartner zu leben, sieht Martin Balluch darin, ihn zu fragen, ob, was oder wie Kuksi etwas machen will – etwas, das für den Großteil von Hunde „Besitzern“ nicht in Frage kommen würde.

Würden wir unseren Mitlebewesen mehr Intelligenz, Entscheidungsvermögen und Autonomie zutrauen, wäre eine Multispeziesgesellschaft durchaus möglich.
Tiere, auch unsere Haustierfreunde, müssen in unserer Gesellschaft machen, was wir wollen, für unsere Bedürfnisse angekettet sein, uns gehorchen oder gar für uns sterben. Wir fragen sie selten, denn sie scheinen ja ohnehin, nicht sprechen zu können. Dabei müssen wir nur lernen, miteinander zu kommunizieren, auch wenn das nicht auf die gleiche Weise möglich ist, wie mit unseren Mitmenschen. Tiere versteht sehr viel von unserem Verhalten und unseren Wünschen. Wenn wir das selbst bei ihnen versuchen, können die Freundschaften mit ihnen unser Leben bereichern und auch ihres, da wir so besser auf ihre Bedürfnisse eingehen können. Wie es in Freundschaften oder unter Familienmitgliedern üblich ist, dürfen so auch Tiere den Alltag mitbestimmen. Für Wildtiere ist das selbstverständlich, aber auch Haustiere haben zumindest annähernd das selbe Potential, autonom zu handeln.

Vegane Krapfen im Biofeld Linz Landstraße

Beim Biofeld Biomarkt in der Landstraße (gegenüber vom Schillerpark) gibt es ab Freitag erstmals vegane Krapfen im Angebot! Die Krapfen sind vermutlich vom NÖ Bäcker Waldherr, der in Punkto vegane Mehlspeisen einer der Vorreiter in Österreich ist.

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OÖN schalten Pelzwerbung und zensieren Facebookseite

Verfasst von: Dominik

Am 12. Oktober habe ich in einer Ausgabe der OÖN eine großformatige Pelzwerbung gesehen, getarnt als Advertorial. Dort wurde mit den Worten „PELZ – jung und witzig wie noch nie!“ geworben und die Vorzüge von Kanin, Fuchs, Samtnerz und Zobel gelobpreist.

Angesichts der Tatsache, dass Pelzfarmen in Österreich nicht ohne Grund verboten sind, da sie hiesigen Tierschutznormen widersprechen und den Verhältnissen die auf Pelzfarmen herrschen und von mutigen Undercover Tierrechtlern immer wieder ans Licht gebracht werden, habe ich es mir nicht nehmen lassen das Verhalten der OÖN zu kritisieren, indem sie so eine Werbung für Tierqualprodukte geschaltet haben. Ich gehe davon aus, dass die OÖN jede Werbeeinschaltung inhaltlich prüft und musste daher davon ausgehen, dass die OÖN sich an (übrigens anonymer) Tierqual-Produktwerbung nicht weiter stoßen.

Also habe ich mich am 12. Oktober dazu aufgemacht dieses Verhalten öffentlich auf der Facebook Seite der OÖN zu kritisieren:

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Sehr schnell kamen viele „Gefällt mir“ für die kritischen Worte zusammen, auch andere User schlossen sich der Kritik an und verfassten eigene Worte dazu – eine Reaktion der OÖN blieb jedoch aus. Obwohl, nicht ganz:

Jemand hat mich dann darauf hingewiesen, dass er mein Posting nicht finden könnte und so hat sich schnell herausgestellt, dass die OÖN mein Posting quasi zensiert hatten, indem sie es zwar nicht gelöscht, aber nur noch für mich und meine Freunde sichtbar gemacht hatten. Dazu jedoch kein Wort seitens OÖN.

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Erst auf Nachfrage mit mehreren Nachrichten bekam ich folgende Antwort:

„Wir haben größtes Verständnis für Ihre Reaktionen. Uns ist bewusst, dass das Thema „Pelze“ in der Öffentlichkeit sehr kontrovers diskutiert wird. Wir möchten betonen, dass der Inhalt dieses Inserates in keinster Weise dem Gedankengut der Redaktion bzw. der OÖNachrichten entspricht. Im Gegenteil: Wir sehen es als unsere Aufgabe, objektiv und kritisch über Themen zu berichten. Der besagte Artikel ist eine reine Werbeeinschaltung, für deren Inhalt allein der Inserent verantwortlich ist. Wir als OÖN nehmen unsere soziale Verantwortung aber auch im Anzeigen-Bereich sehr ernst und folgen daher dem Verhaltenskodex des Österreichischen Werberats (www.werberat.at). Das besagte Inserat verstößt nicht gegen diese Regeln. Wir verstehen dennoch, dass es viele unserer Leser als unpassend empfinden, und möchten daher nochmals um Ihr geschätztes Verständnis ersuchen.“

Klingt wie PR-Sprech, ist es auch – meint ihr nicht? Was ist an einer als Advertorial getarnten Werbung bitte „objektiv und kritisch“? Man bezieht sich auf den Verhaltenskodex des Werberats, ist aber selber scheinbar nicht fähig (oder willens) unmoralische Werbeeinschaltungen, die gegen diesen ominösen Kodex verstoßen, zu verhindern. Ganz so als ob dieser Kodex eine Zeitung zwingt, dem Kodex nicht widersprechende Werbung schalten zu müssen. Im Übrigen sollte man vielleicht auch die Frage stellen: was soll das für ein Kodex sein, der Werbung für Tierqualprodukte nicht verbietet?

Das Ganze nennt man umgangssprachlich dann eben auch „Ausrede“, vor allem angesichts solcher und ähnlicher Bilder:

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(Quelle: Animals Liberty – bitte unterstützt diese tolle Organisation und schaut auch auf Kunstpelz ist Echt.de)

Zum Thema der von mir bemängelten Zensur (es wurde ja nicht nur mein Beitrag zensiert, sonder auch der viele anderer Kritiker) hat man sich erst gar nicht eingehend geäußert, auch nicht auf Nachfrage per E-Mail. Auch das unpersönliche Anschreiben ohne Absender seitens OÖN und das ausbleiben jeglichen Dialogs war für mich schließlich der Grund, warum ich das Ganze nun auch auf diese Plattform bringe.

Man darf sich schon fragen, was für ein Demokratie- und Moralverständnis eine Redaktion und Anzeigenleitung an den Tag legt, die Werbung für Tierqualprodukte schaltet und kritische Stimmen dazu einfach zensiert. Profit geht auch hier vor Moral und Anstand, wie mir scheint.

Wenn ihr was gegen Pelz tun wollt, könnt ihr auch diese aktuelle Petition mit unterzeichnen.

Fräulein Florentine – veganer Mittagstisch & vegan frühstücken

Mit dem Salonschiff „Fräulein Florentine“ am Urfahrmarktgelände gibt es seit kurzem eine gute Möglichkeit ausgiebig vegan zu frühstücken oder sein Mittagessen zu genießen.

Das vegane Frühstücksangebot gibt es Mittwoch bis Sonntag ab 10 Uhr, beim Mittagstisch lohnt sich ein Blick auf die Wochenkarte, da nicht jeden Tag etwas veganes angeboten wird.

Toller Ausblick auf Linz und die Donau inklusive!