Monatsarchiv: Dezember 2013

Zwei Jahre Veggies-Linz – ein kleiner Rückblick

Ziemlich genau 2 Jahre ist es nun her, dass der erste Artikel auf Veggies-Linz veröffentlicht wurde. Ein guter Grund, die Entwicklung der letzten zwei Jahre revue passieren zu lassen:

Mitte 2011 wurde von einigen Aktivisten der Beschluss gefasst, das bislang bestehende und nicht gepflegte Tierrechts-Blog umzugestalten bzw. zu reanimieren, mit einem eigenen Domainnamen. Wichtig war uns dabei, dass die Seite für Besucher wie auch Artikelschreiber leicht bedienbar sein muss und nicht ausschließlich Tierrechtsaktivitäten abbildet, sondern sich dem gesamten Spektrum der veganen Lebensweise annimmt und sich vor allem regionale Besonderheiten konzentriert, also z.B. Informationen zu veganen Locations in OÖ.

Daher fiel die Wahl in Sachen Bedienbarkeit auf WordPress, eine gute Entscheidung wie sich bis heute gezeigt hat. Es wurden sogleich nach Freischaltung der Domain sowie Fertigstellung der Installation Inhalte hochgeladen – von Rezepten, über Buchrezensionen bis hin zu einem OÖ-Restaurantführer findet man heute alles auf den Seiten der Veggies-Linz.

Parallel zur Entwicklung der Webseite wurde eine Facebook-Gruppe gegründet, um den neuen Entwicklungen im Bereich ‚Social Media‘ Rechnung zu tragen. Es gab zwar schon ein Forum, das jedoch hauptsächlich von Aktivisten genutzt wurde, aber nicht die breite Masse angesprochen hat. Und wie sich heute zeigt, war die Entscheidung für eine Facebook-Gruppe goldrichtig: von einer Mitgliederzahl von Eingangs ca. 40 Personen haben sich die Veggies-Linz bis heute auf über 360 Mitglieder gemausert und wir werden immer mehr! Es gibt in der Gruppe einen regen Austausch an Erfahrungen, neue Freundschaften wurden geschlossen und Kräfte werden gebündelt, gerade wenn es um Online-Aktivismus geht.

Leider hat sich diese positive Entwicklung nicht im gleichen Maße im ‚Offline‘-Aktivismus abgebildet, hier ist es nach wie vor schwer, Menschen dafür zu gewinnen, sich auch bei Kälte in den Kampf für Tierrechte zu stürzen, Menschen aufzuklären. Dennoch ist auch hier die Entwicklung insgesamt positiv, es finden sich gerade für innovative Aktionen wie bspw. unsere Melkdemo, um auf das Leid der Kühe aufmerksam zu machen, oder auch Straßentheater zu diversen Themen, immer wieder viele Menschen, die gerne mithelfen und sich selbst einbringen. Ein wichtiges Thema war heuer sicher „Tierschutz in die Verfassung“, was letztlich auch geglückt ist, allerdings mit einem bitteren Nachgeschmack: die ÖVP hat durchgesetzt, dass die Verfügbarkeit tierlicher Lebensmittel für alle ebenfalls als Staatsziel verankert wurde. Ein weltweit einzigartiger Schritt und ein zukunftsfeindlicher obendrein, sind gerade tierliche Lebensmittel Klima-, Umwelt- und Menschenkiller #1. Etwas anderes konnte man aber von einer stark rückwärts gewandten Partei wie der ÖVP mit ihrer Klientelpolitik aber wohl auch nicht erwarten…

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Es gab trotz oder gerade wg. der politischen Verfolgung von Tierrechtlern auch Unterstützung aus dem Ausland, v.a. aus Deutschland, aufgrund des teilweise neu aufgerollten Tierschutzprozesses der darauf abzielt, bereits freigesprochene, unschuldige Bürger die sich engagieren, finanziell und psychisch zu zermürben. Der skandalöse Prozess hat nicht nur bei uns, sondern weltweit für Kopfschütteln gesorgt – ein weiterer Beweis für die Unfähigkeit der ÖVP und die enge Verbandelung von Wirtschaftsinteressen mit der Politik, welche sogar die als eigentlich unabhängig geltende Justiz beeinflusst hat. So hab es bspw. in Berlin eine Solidaritätskundgebung zur Unterstützung der erneut angeklagten Tierrechtler des Verein gegen Tierfabriken.

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Es gibt aber auch Demos die so ganz anders sind als „normale“ Demos – nämlich unsere beliebten veganen Bake-Demos, bei denen immer sehr viele fleißige Bäcker_innen mithelfen um den Menschen auf der Landstraße die positive Lebensweise des Veganismus näher zu bringen – denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen 🙂

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So sind diese Veranstaltungen inzwischen auch über Linz hinaus bekannt und es gibt schon ‚Stammkunden‘, die fleißig spenden und dafür gut gelaunt mit einer Tupperdose voll mit leckeren Muffins, Keksen, Kuchen und Pralinen nach Hause spazieren. Die Spenden nehmen wir im Namen von Tierschutzorganisationen wie dem Tierparadies Schabenreith oder den Streunerkatzen OÖ ein und unterstützen so deren hervorragende und wichtige Arbeit. Das ist wohl auch mit ein Grund, warum gerade unsere Bake-Demos sehr beliebt sind, sowohl bei Aktivisten als auch bei den Besuchern.

Deswegen dürfen die Veggies auch am alljährlichen Fairplanet Fest nicht fehlen und haben auch dort auch Heuer für die süßen Genüsse der Besucher gesorgt und fleißig Kuchen, Muffins & Co. verteilt.

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Ums Essen und Beisammensein geht es auch bei unserem monatlichen Stammtisch. Dort kann man Gleichgesinnte und Interessierte treffen, gut vegan essen und einfach Spaß haben – dabei ist so ziemlich jede „Fraktion“ vertreten, auch interessierte Menschen die bislang weder vegetarisch noch vegan leben.

Tatsächlich hat sich unser „reisender“ Stammtisch (es wird jedes mal neu bestimmt, wo wir einkehren) zu einer beliebten Veranstaltung entwickelt, die mit meist 25-35 Personen sehr gut besucht ist. Da bei so vielen Leuten manche Gespräche auf der Strecke bleiben wurde vor kurzem entschieden, einen zweiten Stammtisch im Monat zu starten, zu dem vor allem auch Neu-Aktive eingeladen sind sich auszutauschen.

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Neben den Stammtischen gibt es inzwischen auch immer wieder kleinere und größere „Veggie-Ausflüge“ innerhalb Österreichs – sei es zu Messebesuchen, Wanderungen, Picknicks oder auch einfachen Restaurantbesuchen, so z.B. beim Schillinger in Großmugl.

Aber wie Eingangs schon dargestellt geht es uns nicht nur um die angenehmen Seiten im Leben, sondern auch vielen immer mehr darum, etwas aktiv zu verändern. Sicher hat sich der Tierschutz in Österreich insgesamt positiv entwickelt, doch gibt es immer noch viel zu tun und von Tierrechten kann leider noch überhaupt noch nicht die Rede sein. Mächtige Industrien und Parteien wie die ÖVP wehren sich mit Händen und Füßen sowie v.a. durch politische Einflussnahme auf Gremien und sogar die Justiz gegen die Aktivitäten von Tierrechtlern, folgerichtig in ihrer Annahme, dass die Gewährung solcher Rechte ihren Überzeugungen und Profitinteressen widerspricht und letztere massiv gefährdet. Und dazu scheint fast jedes Mittel recht zu sein… auch wenn es Rechtsbruch und den Verstoß gegen die Interessen von Milliarden Tieren und auch Menschen geht, die sich ein unversehrtes Leben und eine intakte Umwelt wünschen.

Es gibt jedoch positive Entwicklungen die Hoffnung machen – Alternativen zur Tierausbeutung (da schließe ich persönlich Menschen als Säugetiere mit ein) und Umweltzerstörung. Und mit diesen lassen sich tatsächlich auch Profite erwirtschaften, was z.B. in der Lebensmittelindustrie auch immer mehr wahrgenommen wird. Diese positive Entwicklung wird durch immer mehr Menschen ermöglicht, die ihre Ernährung rein pflanzlich gestalten und damit die benötigte Nachfrage nach mehr Produkten in dieser immer größer werdenen Nische erhöhen.

Immer öfter hört man Menschen sagen: „Mir ist es auch nicht recht, was mit Tieren geschieht, aber was soll ich alleine dagegen tun?“ – aber gerade auch alleine kann man einfach durch den Ausstieg aus Tierausbeutungsprodukten ein wichtiges Signal setzen und mittel- bis langfristig Veränderungen herbeiführen, wie man die letzten Jahre deutlich sieht.

Also wo, wenn nicht im Bereich der Lebensmittelproduktion oder auch anderer Konsumgüter wie Kleidung, hat man so viel Macht als Einzelner, etwas zu bewirken und zu verändern? „Einsteig zum Ausstieg aus der Ausbeutungskultur“ – das wäre doch ein idealer Vorsatz für das anbrechende neue Jahr! Man muss ihn auch nicht sofort zu 100% umsetzen, sondern seine eigene Geschwindigkeit finden und sich einfach mit der Thematik ein wenig auseinandersetzen. Mit den Stammtischen und den Social Media Seiten der Veggies-Linz gibt es auf jeden Fall eine Anlaufstelle für alle aufkommenden Fragen, und man wird sie oft genug schnell und ausführlich beantwortet bekommen. Ist man erst mal informiert, geht eine Umstellung auch ganz leicht von der Hand und macht sogar richtig Spaß, weil man mit jedem Bissen oder jedem FairTrade Kauf weiß, dass man etwas Gutes tut und letztlich auch tatsächlich etwas bewirkt!

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Damit möchte ich diesen Rückblick auch zu einem Abschluss bringen und wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Auf dass 2014 ein weiteres Jahr großer Umbrüche und positiver Veränderungen wird, und wir alle können daran mitwirken und teilhaben.

Mein besonderer Dank geht an alle Aktivisten da draußen und allen die – online wie offline – geholfen haben, die Veggies-Linz zu einer kleiner Institution zu machen und damit auch mehr Menschen den Einstieg aus dem Ausstieg zu erleichtern.

Liebe Grüße, euer Dominik

Tierschutz an Weihnachten und Neujahr

Der Höhepunkt des Konsumwahns an Weihnachten ist für 2013 vorbei. Weihnachten hat sich offensichtlich in ein Fest für den Egoisten gewandelt. An diesem Abend soll das Fest nur für sich selbst und die Familie angenehm sein. Das funktioniert am besten, wenn Rücksicht und Mitgefühl für andere möglichst ausgeschaltet werden.
Vor Weihnachten haben das die Tierschutz AktivistInnen auf der Landstraße sehr zu spüren bekommen. So egoistisch sich der Großteil der Menschen aber zeigte, desto dankbarer waren vereinzelte, die sich auch für wenig privilegierte Menschen und Tiere ein Fest wünschten, anstatt der andauernden Ausbeutung.

In der Nacht auf Weihnachten gab es auch eine entsprechende Aktion in Oberösterreich, bei der Stroh und frisches Essen, anstelle des Kraftfutters, in Ställen an Tiere verschenkt wurde. http://www.youtube.com/watch?v=c8jnH8Rn6BI&list=HL1387925702&feature=mh_lolz
Leider nur an eine winzige Anzahl unserer Mitlebewesen, die ihr Leben auf Spaltenböden, im Gestank und in Krankheit verbringen.

Trotz der traurigen Gegebenheiten war die Stimmung bei den Video Demos auf der Landstraße bisher positiv. Solange Menschen für den Schutz und Rechte von schwächeren Mitmenschen und Mitlebewesen, gibt es noch Grund zur Freude.
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Auch beim Sprung in das neue Jahr kommen leider oft Tiere zu schaden, die verwirrt vom Feuerwerkslärm davonlaufen. Die Stadt Linz finanziert leider Feuerwerk, aber auch privat werden viele abgeschossen. Jedes jahr verschwinden und sterben Haustiere und auch Tauben und andere Vögel sind davon sehr betroffen.  Wer Tieren nicht schaden will, sollte an Silvester auf Feuerwerk verzichten.

Tierrechtsradio: Mitschnitt vom 13.12.2013

Zum Nikolaustag brachte der Nikolaus in einigen Geschäften nicht nur Süßigkeiten sondern auch wertvolle Informationen zum Thema Pelz. Das Tierrechtsradio berichtete darüber, ihr könnt die Sendung hier nachhören: http://cba.fro.at/251563

Verhöre folgen nach den Selbstanzeigen wegen Nötigung zum Pelzausstieg

Nach 4 Verhören in Linz und Salzburg aufgrund der Selbstanzeigen von über 3000 Personen, müssen die Betroffenen jetzt abwarten, ob sie ebenfalls angeklagt werden oder nicht. Anders als bei den Ladungen in Linz, hat der Vernehmer in Salzburg angemerkt, dass er es auf jeden Fall für schwere Nötigung halte, vor Geschäften zu demonstrieren.

Bei den Verhören (bei den Personen, die eine Aussage gemacht haben) wurde hauptsächlich auf den bisherigen Verlauf der legalen Demonstrationen Wert gelegt. Diese sind bisher von Seiten der Aktivistinnen immer friedlich verlaufen und wurden nie von der Versammlungsbehörde untersagt.
Wieso machten diese Personen also eine Selbstanzeige?  Im Wiener OLG-Urteil bezeichnen die Richterinnen Jelinek und Schwab die Ankündigung legaler Kampagnen und den E-Mail Verkehr mit den „bedrohten“ Unternehmen als sittenwidrig, da Tierschutz nicht als gerechtfertigter Zweck für Proteste vor Bekleidungsketten gilt – sondern als „nicht erwiderungsbedürftige abstrakte Spekulation“. Bei vielen stellt sich die Frage: Es gibt also keine Versammlungsfreiheit, wenn Konzerne betroffen sind? Das verunsichert und verwirrt besonders Personen, die gelegentlich selbst an Demonstrationen teilnehmen. Einige, die selbst legale Protestkampagnen gegen Pelzverkauf, Verkauf von Produkten aus Kinderarbeit, ungerechte Arbeitsbedingungen bei verschiedenen Unternehmen, etc. organisieren, begehen also schwere Nötigung (siehe OLG-Urteil: ) und wer eine Straftat begeht, muss Selbstanzeige erstatten.
Die bisher geladenen Personen haben zuvor außer der VGT-Selbstanzeige noch eine zusätzliche individuelle Selbstanzeige formuliert, da sie Unternehmen nicht nur zum Pelzausstieg, sondern auch zum Weltfrieden u.a. „genötigt“ haben.

Obwohl keine illegalen Mittel verwendet oder angekündigt wurden, hätte es laut OLG-Urteil ja sein können, dass sich ein Durchschnittsmensch bei einer solchen Ankündigung von Infotischen vor Filialen, bedroht hätte fühlen können.

Falls noch weitere Personen unter den 3000 SelbstanzeigerInnen zu einem Verhör geladen werden, können diese sich gern bei uns ( zB. unter annahgt17m@gmail.com) melden, wenn sich jemand unsicher ist, wie man sich am besten verhalten sollte. Es wird auch geraten, im Zweifelsfall keine Aussage zu machen (Recht zu schweigen!). Selbst wenn (sehr wahrscheinlich) der Tatbestand ohnehin nicht erfüllt ist, kann die Formulierung der Aussage sehr leicht um- bzw. falsch interpretiert werden.

Vorweihnachts-Demo zum aktuellen Anlass – Pelzverkauf

Während die Menschen in Weihnachtsstimmung Geschenke einkaufen, standen auch diesen Samstag eine Hand voll AktivistInnen auf der Landstraße, um daran zu erinnern, dass für die Pelzmäntel oder Pelzbesatz auf Kapuzen und Mützen, Tiere ihr Leben lang eingesperrt leiden und schließlich getötet werden.
Dazu wurde eine Dokumentation über die Pelzgewinnung und die Befreiung von einigen Pelztieren gezeigt.

Manche Menschen ließen sich einen Augenblick von den Weihnachtseinkäufen ablenken, nahmen sich Informationen zum Thema Pelz und Tierrechte mit und unterschrieben Petitionen gegen Pelzverkauf, gegen Singvogelfang und für den Schutz von zivilem Engagement.

Auch ein paar Menschen, die sich nicht zu uns trauten, schauten sich den Film von der anderen Straßenseite aus an.

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Hier zum Demogespräch diese Woche: http://annahajakygeisler.wordpress.com/2013/12/14/demogesprach-der-woche/

Die Mehrheit weiß bereits um das Tierleid bescheid, leider steigt der Pelzverkauf dennoch, da Pelz oft auf Kapuzen, Mützen, Schals und Handschuhen als Verbrämung zu finden ist. Doch ganz eindeutig von Kunstpelz zu unterscheiden ist es nicht immer und viele können es nicht auseinander halten. Darum ist Vorsicht geboten beim Kauf. Auch VerkäuferInnen kennen den Unterschied selbst nicht immer, und in seltenen Fällen wird sogar gelogen. Auch auf dem Etikett ist oft kein Nachweis zu finden.
Im Zweifelsfall ist es oft möglich, die Verbrämung noch vor dem Kauf von Kapuzen zu entfernen bzw. sich an die Geschäftsleitung zu wenden.