Monatsarchiv: September 2013

Lichtblicke

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Ein Lichtblick war für viele Passant_innen in der vom Wahlkampf beherrschten Linzer Innenstadt die heutige Demonstration für Tier- und Menschenrechte. Während alle paar Meter Parteien warben, und einige Tierfabriksbesitzer_innen auch ihre Enkelkinder aussandten, um mit Zuckerln Stimmen zu kaufen, war der Infostand der Tier- und Menschenrechtler_innen ein Fels in der Brandung: Viel Interesse gabs für die Informationen, wie durch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten sich das Leben vegan genießen lässt, und so der wichtigste Beitrag für Klima, Umwelt, Tiere, Menschen und die eigene Gesundheit geleistet werden kann. Zahlreiche Solidaritätsbekundungen gabs von Menschen, die die Petition für einen rechtlichen Schutz von zivilgesellschaftlicher Arbeit unterzeichneten. Und ganz nebenbei wurde die Satire-Homepage landwirtschaft-entfesseln.at beworben, und für alle Interessierten auf die Antworten der Parteien zu Tierschutzfragen verwiesen.

Weitere Lichtblicke in der Innenstadt waren heute unter anderem noch die Aktion Fesch am Rad und die WearFair Messe, bei der es noch bis Sonntag 16 Uhr neben fair produzierten Kleidern auch vegane Kochbücher zu finden gibt.

Eine verstrickte Sache

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, in den Supermärkten wird man von Lebkuchen verfolgt… sprich: es herbstelt schön langsam und nun ist der ideale Zeitpunkt in die Stricksaison zu starten, damit man im Winter dann kuschelige Socken anzuziehen hat 🙂

Wer sich selbst einmal an Sockenstricken, Häkeln oder Ähnlichem versuchen möchte oder dies zu seinen langjährigen Hobbies zählt, wird schnell vor Probleme gestellt, wenn das ganze Vorhaben zusätzlich vegan, ökologisch und fair vonstatten gehen soll.
Denn: Ausbeutung, Umweltverschmutzung und gesundheitsschädliche Chemikalien verstecken sich leider nicht nur in anziehfertiger 0815-Mode, sondern natürlich auch in vielen der handelsüblichen Garne, die man zum Selbermachen braucht. (Siehe auch Wolle).

Soll Strickgarn einfach nur vegan sein, stellt sich die Sache noch recht einfach dar: es darf einfach keine Tierwolle drin sein, egal ob Schafwolle, Alpaka, Cashmere etc. etc.
So gut wie alle Handarbeitsläden bieten Alternativen dazu an – wie zum Beispiel Baumwoll-, Bambus- oder Polyacrylgarne.
(Achtung beim Einkauf: viele Handarbeitsläden verkaufen Echtpelzbommel für Mützen. Wer also keine Pelzhändler unterstützen möchte, sollte die Augen offen halten.)
Die günstige Polyacrylwolle ist sogar in jedem größeren Supermarkt erhältlich.
Auch online bieten sich viele Möglichkeiten, vegane Wolle zu erstehen (z.B. JaWolle).
Sogar so etwas wie „Vegetarierwolle“ gibt es, bei der zwar Schurwolle verwendet wird, allerdings nur von Schafen, die garantiert nie geschlachtet werden und natürlich auch kein Mulesing etc. über sich ergehen lassen müssen (z.B. Wollhandwerk).

Sollen nun aber noch andere Aspekte als nur die Freiheit von Tierprodukten gewährleistet sein, wird das Angebot ganz schnell ganz klein und in Handarbeitsläden wird man nur mehr mit unverständigen Blicken bedient.
Listen zu Bezugsquellen von ökologischer und fairer Mode sowie Garnen und Stoffen bietet dagegen die Seite Grüne Mode.
Bisher kann ich nur den Online-Versand als Lösung empfehlen, werde mich aber weiter umsehen und Bericht erstatten.

Mein bisheriger Favorit:
Biobaumwollgarn von hema-wollversand.

 

Ziviles Engagement schützen!

Eine Hand voll Sträflinge versammelten sich am Samstag auf der Landstraße. Diese hatten alle gemeinsam, dass sie sich in der Gesellschaft für bestimmte Themen engagiert haben, indem sie bestimmte Unternehmen für fragwürdige Geschäfte kritisierten und zum Protest aufriefen.

 

So stellten sich die Sträflinge mit Schildern auf die Landstraße, auf denen z.B. zu lesen war „Ich habe AeroSpy zum Ausstieg aus dem Drohnenhandel aufgefordert und eine legale Kampagne angekündigt – schwere Nötigung?“ oder „Ich habe Sport Eybl darüber informiert, dass ich dort nicht mehr einkaufe, wenn sie weiterhin Pelz verkaufen – gefährliche Drohung?“ Laut OLG-Urteil handelt es sich wohl tatsächlich um schwere Straftaten, denn bei beiden Beispielen könnte das Vermögen bedroht werden, das offenbar dem Gewissen und der Demonstrationsfreiheit übergestellt wird. Von den genannten Grundrechten ist aber im OLG-Urteil kein einziges Mal die Rede. Sogar bei Streiks müsse überprüft werde, ob es sich möglicher Weise um schwere Nötigung handelt.
Viele PassantInnen blieben stehen, um die Schilder zu lesen und nahmen gerne Infomaterial über die Kriminalisierung von NGO Arbeit und andere Themen entgegen.

Von einigen wurde auch bemerkt, dass das Interesse von BürgerInnen, wählen zu gehen oder auch ziviles Engagement zu zeigen immer weiter sinkt.
Obwohl lange für Demokratie und Demonstrationsfreiheit gekämpft wurde, wollen zunehmend viele Menschen diese Gelegenheit nicht mehr wahrnehmen (so gibt es inzwischen sogar eine Monarchisten Partei). Wählen ist zwar bei weitem nicht die einzige Möglichkeit, sich aktiv für ein Thema zu engagieren, aber dennoch sinnvoll, denn vergeudete Stimmen können Ausbeuter- bzw. Diskriminierungs-Parteien zukommen. Wenn die wichtigsten Ministerien von solchen besetzt sind, müssen wir auch mit Skandalen, Korruption und Profitmaximierung auf Kosten anderer rechnen.
Menschen, die noch Verantwortung übernehmen wollen und sich zusätzlich anderweitig in verschiedenen Bereichen einsetzen, wie solche, die legale Demonstrationen ankündigen, um auf die schädliche Geschäftspolitik mancher Unternehmen hinzuweisen, können sich aber anscheinend aufgrund dessen der schweren Nötigung schuldig machen. Im zweiten Tierschützerprozess geht es dabei konkret um den Ausstieg aus dem Pelzgeschäft, der für Unternehmen, die nicht nur mit Pelz Profit machen, durchaus möglich ist. Gibt es keine meist ehrenamtlich Engagierte Menschen, können KonsumentInnen nicht informiert werden und greifen oft versehentlich zu unethischen Produkten. Auch wenn es um andere Themen geht, wie z.B. Kinderarbeit. KundInnen wollen informiert werden, aus welchen Bedingungen ein bestimmtes Produkt stammt und ob dafür andere leiden mussten.
Wenn nun bereits schon die Ankündigung solcher Informationskampagnen kriminalisiert wird, dann wird dies aber verunmöglicht.

Damit Verantwortungsbewusstsein durch wohlgemerkt legales ziviles Engagement auch legal bleibt, wird es in den kommenden Wochen noch weitere kreative Aktionen, ähnlich der Sträflingsaktion am Samstag, auf der Landstraße und in ganz Österreich verteilt geben. Bei einer Petition kann jede/r dieses Anliegen vor Ort und zusätzlich auch online unterstützen:
http://vgt.at/actionalert/demokratie/index.php
www.sittenwidrig.at

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Tierindustrie entfesseln

Bei einer Pressekonferenz im Yes-Men Stil stellten Marketing-Consultant Eva-Maria Kreuzbeter (M.A.), Unternehmer Dipl.Ing. Alois Kotgruber und Jungbauer Patrick Fleischhacker eine Initiative zur Unterstützung der ÖVP vor. Dabei zeigten sie aktuelle Bilder aus Betrieben von ÖVP Mandataren.

Link zur Yes-Men Aktion: http://www.youtube.com/watch?v=DePqwBySMTY&feature=youtu.be

Die ÖVP, eine Anti-Kleinbauernpartei? Bilder aus Betrieben einiger ÖVP Mandatare deuten darauf hin, was die ÖVP von Tierschutz hält.

Die Musterbetriebe, wie sie auf www.landwirtschaft-entfesseln.at genannt werden, unter anderem auch von Bauernbundprasidänt Jakob Auer, zeigen Vollspaltenböden, überfüllte Truthahnmasten (die Tiere müssen übereinander stehen), Tiere, die im eigenen Kot ihr Leben verbringen müssen, Anbindehaltung bei Kühen und enthornte Kälber. Betriebe, die sich an der untersten Grenze der offensichtlich niedrigen Tierschutzstandards aufhalten.

Aber diese Art von Haltung wird sogar belohnt: 80% der gesamten landwirtschaftlichen Subventionen landen bei ÖVP Bauernbundfunktionären, Adeligen und Großkonzernen, betrieben mit Massentierhaltung. Nur ein 5tel der Subventionen kommt Kleinbauern zu, und nur ca. 1% geht an den Obst- und Gemüseanbau. Diese Verteilung der Subventionen ist natürlich auch dem profitmaximierenden Bündnis von Raiffeisen, Bauernbund und ÖVP Landwirtschaftskammer zu verdanken.

 

Literatur dazu:

Schwarzbuch Landwirtschaft (Weiss), Schwarzbuch Raiffeisen (Holzinger, Staudinger), Schwarzbuch ÖVP: http://schwarzbuchoevp.at/

http://derstandard.at/1379291516259/Tierschuetzer-prangern-Zuchten-von-OeVP-Mandataren-an

Der „Veggie-Boom“ bei Eco im TV

Gestern brachte das Magazin Eco im ORF einen Bericht über den Trend zur veganen Lebensweise. Wenn ihr die Sendung verpasst habt, könnt ihr sie euch hier anschauen:

http://tvthek.orf.at/programs/1346-Eco/episodes/6732427-Eco/6732449-Pflanzen-statt-Fleisch

Wenn ihr wissen wollt, welche Gastronomie in Linz und Oberösterreich vegane Angebote haben, klickt einfach hier: https://veggies-linz.at/restaurants/