Monatsarchiv: September 2012

Hase irritiert Polizist

Auch am vergangenen Donnerstag trafen sich 3 TierschützerInnen und KritikerInnen der ÖVP an der Derfflingerstraße, Brücke über die A7 und ließen mithilfe eines großen Autobahntransparents die vorbeifahrenden Autofahrer wissen, dass die ÖVP die einzige Partei ist, die Tierschutz im Tierversuchsgesetz verhindert. Die Versammlung wurde dieses Mal durch einen Polizisten gestört, der sich offenbar persönlich angegriffen fühlte, unter anderem auch von der als Tierschutzhase verkleideten Aktivistin, wie sich danach herausstellte.

Kurz nach Beginn der wie üblich stattfindenden Transparent-Demonstration und ÖVP Protest, traf ein in Zivil gekleideter Polizist ein, der mit Einschüchterung versuchte, die Versammlung zu untersagen. Unter dem Vorwand, alle anderen Polizisten und Juristen würden sich bezüglich der Legalität der Demonstration irren, drohte er der Demoleitung mit Anzeige. Dabei handelte es sich um rein willkürliches Handeln eines Polizisten der dazu verpflichtet ist, unparteiisch zu sein. Gleichzeitig handelt es sich bei diesem Vorfall auch, zum Glück, um eine Ausnahme.
Nach einigen Minuten verließ der Polizist die Brücke, so dass die AktivistInnen ihren Einsatz fortsetzen konnten.
Der Tierschutz Hase sorgte auch diesmal wieder für aufmerksame Blicke. Trotz kaltem Wetter und lautem Straßenverkehr standen die AktivistInnen 3 Stunden mit dem Transparent an der Brücke.

Kommenden Donnerstag wird die Transparent Demo nicht stattfinden. Aber die Wochen darauf bis zum Sieg der Kampagne, werden sich die AktivistInnen weiterhin an der Autobahnbrücke Derfflingerstraße bzw. Prinz-Eugen-Straße versammeln.

Pressekonferenz: 80% Mehrheiten für VGT-Forderungen zu Tierschutz

Drei Viertel aller Menschen wollen Tierschutz in der Verfassung sehen, doch die ÖVP blockiert jeden Fortschritt

Bei der Pressekonferenz am 17.9.2012 im Cafe Landtmann präsentierte Hermann Wasserbacher vom Institut für empirische Sozialforschung (IFES) die Ergebnisse einer neuen repräsentativen Umfrage zur Einstellung der Menschen in Österreich zu Tierversuchen und Tierschutz in der Verfassung. Abgefragt wurden dabei vor allem die Forderungen des VGT in der Frage der Reform des Tierversuchsgesetzes. Zusammenfassend ergab sich:

  • 80% sind für ein strenges Genehmigungsverfahren bei Tierversuchen, inklusive bindenden Kriterienkatalog, Veröffentlichung aller Tierversuche, rückblickende Bewertung und insbesondere Schaffung einer Oberkontrolle durch eine Versuchstier-Ombudsschaft
  • 74% sind für Tierschutz in die Verfassung
  • 70% sind für ein absolutes Verbot aller Tierversuche an Hunden, Katzen und Affen, obwohl das bei der Reformfrage zum Tierversuchsgesetz gar kein Thema ist; das beweist, dass die momentanen Forderungen des VGT nicht die eigentlichen Forderungen im Tierschutz darstellen, die viel weiter gehen würden, sondern bereits ein Kompromiss sind
  • 89% wollen die Errichtung eines Zentrums für die Erforschung und Evaluierung von Alternativen zum Tierversuch, wobei das Wissenschaftsministerium das nicht vorsieht
  • 91% finden ein strenges Tierversuchsgesetz wichtig oder sehr wichtig, aber die VertreterInnen des Tierschutzes sind aus den Verhandlungen zum neuen Tierversuchsgesetz ausgeschlossen

„Wer wählt schon Dinosaurier?“

4 Protest-Tage gegen Blockadepolitik der ÖVP

 

 

 

Jeden Montag und jeden Donnerstag werden regelmäßig zehntausende Autofahrer_innen im Stoßverkehr mit großen Transparenten auf die Blockadepolitik der ÖVP aufmerksam gemacht, wobei das Feedback von freundlichem Winken über Thumbs-Up bis Applaus und Bravo-Rufe reicht.

Jeden Freitag und jeden Samstag werden regelmäßig zehntausende Fußgänger_innen in der Linzer Innenstadt mit großen Transparenten, Plakaten, Flugblättern, Broschüren, Tafeln, Megaphon, Tierkostümen, Straßenkunst, und fundierten Gesprächen über die Tierqualpolitik der ÖVP informiert, wobei das Feedback von Entsetzen bis „wer wählt schon Dinosaurier?“ reicht.

Dass die ÖVP so starr an ihrem Lobbyismus festhält, die Umsetzung des klaren Mehrheitswillens weiter demokratiewidrig blockiert, und dabei offenbar auch in Kauf nimmt, noch mehr Wählerstimmen zu verlieren und zu einer unbedeutenden Kleinpartei zu schrumpfen, lässt sich vielleicht erst mit den neoliberalen Mythen dieser vermeintlichen „Wirtschaftspartei“ erklären.

Der geheiligste Mythos der Neoliberalen lautet etwa, dass der Mensch von Grund auf schlecht und faul wäre, und aus eigenem Antrieb ohne wirtschaftliche Zwänge überhaupt gar nichts tun würde. Erst durch die Versklavung an das Geld könne der Mensch motiviert werden, etwas zu leisten, wobei nur Anreize geschaffen werden sollten, ungehemmt egoistisch zu handeln, weil nur wenn jede_r einzelne einzig den eigenen Vorteil und die Übervorteilung aller anderen anstrebe, das Beste für alle dabei heraus käme.

Dieser Mythos ist natürlich schon unzählige Male widerlegt worden. Die großartigsten Leistungen der Menschheit waren immer schon vom Bedürfnis getragen, die Veränderung zu sein, die wir in dieser Welt gerne sehen möchten, sowie von kindlicher Neugierde und Offenheit und dem Bedürfnis nach sozialer Anerkennung. Die Krisen hingegen, ob Finanz-, Wirtschafts-, Welthunger-, Umwelt-, Sozial-, Verkehrskrisen und so weiter, sind Auswüchse des neoliberalen Mythos vom vermeintlichen Heil des ungehemmten Egoismus.

Dinosaurier denken offenbar, was ihren Mythen entsprechend nicht sein dürfe, könne nicht sein, und kein Mensch würde sich für Tiere einzusetzen, die ja keine Lobby haben.

Herzlichen Dank an ausnahmslos alle, die gegen diesen neo-jurassic Strom anschwimmen, und die in ihrer kostbaren und spärlichen Freizeit Herz, Hirn und Courage zeigen, und sich mit scheinbar unerschöpflicher Energie und Kreativität einsetzen für Tiere, die keine Lobby haben – ihr seid wunderbar!

Und nicht Dinosauriern sondern uns gehört die Gegenwart.

http://www.vgt.at/actionalert/tierversuche/index.php
Martin Balluchs offener Brief an die ÖVP: Tierschutz in die Verfassung

Tiere haben Rechte – ein Vortrag von Gary Yourofsky

Ein wirklich sehr spannender Vortrag des Tierrechtlers Gary Yourofsky.

2 Protest Tage gegen Blockade Politik

Während des „Steirisch anbandeln“ Festes auf der Linzer Landstraße (7.9. – 8.9.12), zeigten auch die Linzer Tierrechtler wieder Präsenz, da die Novellierung des Tierversuchsgesetzes schon im November ansteht.

Hunderte Menschen tummelten durch die Landstraßebeim „Steirisch anbandeln“. Ein 10 Meter langes „ÖVP verhindert Tierschutz im Tierversuchsgesetz“ Transparent wurde entlang der Landstraße befestigt. Zusätzlich wurden Schilder aufgestellt, auf denen ein Ende des ÖVP Lobbyismus zugunsten der Tierquäler gefordert wird.

Sehr viele Menschen beim Fest zeigten nicht nur Interesse in steirische Produkte und westliche Dekadenz, sondern bewiesen auch ihr Herz für Tiere. PassantInnen, die für die Veranstaltung nach Linz angereist waren und daher selten Infotische über gesunde Ernährung und Tierrechte erleben, führten mit den AktivistInnen interessante Diskussionen und Unterhaltungen und informierten sich über vegane Ernährung. Große Unterstützung bekam vor allem die Kampagne Tierschutz ins Tierversuchsgesetz. Die große Mehrheit äußerte sich selbst gegen Tierversuche oder zumindest für eine wesentliche Verbesserung des Tierschutzes bei Tierversuchen. Als Voraussetzung dafür muss die Blockade Politik der ÖVP gegen Tierschutz  endlich gebrochen werden, damit Tierschutz in der Verfassung stehen kann.

In Linz allein werden die Menschen bei 4 Demonstrationen pro Woche an das Leid hunderttausender Versuchstiere jährlich erinnert. Montags und donnerstags werden große Transparente neben der Straße in alle Verkehrsrichtungen gehalten. Auch vergangenen Montag trafen sich wieder 6 AktivistInnen an der Kreuzung Gruberstraße, Nähe Parkbad. Am Donnerstag versammeln sich die AktivistInnen wieder, wie üblich, bei der Prinz-Eugen-Straße, Brücke über die A7, um 2 lange Brückentransparente über den Verkehr zu halten, das jedes Mal von zehntausenden gesehen wird.

Danke für die Unterstützung aller, die sich für Demokratie und Tierrechte einsetzen!