Monatsarchiv: März 2012

Einladung zum Veggie-Stammtisch im April

Kommenden Dienstag, am 3. April findet wieder unser Veggie-Stammtisch statt. Eingeladen sind alle Veggies, TierfreundInnen sowie Interessierte.

Der Stammtisch findet wie letzten Monat beim Wirt am Graben (Graben 24-26, 4020 Linz) statt, der nun an allen Tagen 7 vegetarische und 2 vegane Speisen, die auch extra als solche gekennzeichnet werden, anbietet, und der für den Stammtisch wieder eine besonders veganfreundliche Tageskarte erstellen wird. Die Portionen, die beim letzten Mal etwas klein geraten waren, werden größer sein, es wird Sojamilch zum Kaffee geben, und hoffentlich auch ein paar vegane Nachspeisen. Beginn des Stammtisches ist wie immer um 19:00 Uhr!

Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen!

Demo mit jonglierendem Tierschutzhasen

Sieben Lebewesen mit Herz, Hirn und Courage, darunter drei Tierschutz-Hasen und ein Tierschutz-Schwein, versammelten sich letzten Samstag auf der Linzer Landstraße zu einer sechsstündigen Demonstration gegen Mord für Mode und gegen das Massaker der österreichischen Eierindustrie an jährlich fünf Millionen männlichen Eintags-Küken, und für zeitgemäße post-neolithische (nach-steinzeitliche) Mode, gewaltfreien Lebensgenuss, und die Befreiung von Tier und Mensch.

Nur wenige Kilometer weiter, am Stadtrand von Linz, roch (und riecht) es nach „Frühlingserwachen der Tierqual“: Österreichs Tierausbeuter verteilen jedes Jahr um diese Zeit etwa die Hälfte (der Rest folgt in Sommer und Herbst) der mehr als dreißig Millionen Tonnen gärender Fäkalien, die in Österreichs Tierfabriken jedes Jahr anfallen, auf Wiesen und Felder – ohne Rücksicht auf unsere Nasen, Grundwasser, Klima und Artenvielfalt.


Währenddessen ging es auf der Demonstration jedoch äußerst frühlingshaft im positivsten Sinne zu: Kurzerhand fing ein Tierschutz-Hase zu jonglieren an, und andere Tierschutz-Tiere warben spontan unter dem Motto „Liebe wärmt besser als Pelz“ mit free Hugs.

Besonders erfreulich war es, wieder eine Neu-Aktivistin begrüßen zu dürfen. Offenbar gibt es immer mehr Menschen, die bereit sind, für eine bessere Welt auf die Barrikaden zu steigen, zum Flyern, Diskutieren, Demoessen, Singen, Malen, Jonglieren, Kuscheln … und welche Zeit eignet sich besser für einen Neubeginn als die Gegenwart?

Ausflug zum Veggie-Planet

Am vergangenen Sonntag fanden sich zahlreiche Gleichgesinnte die gemeinsam einen kleinen Ausflug zur ersten Veggie-Messe in Österreich unternommen haben. Nach eine sehr kurzweiligen und lustigen Bahnfahrt mit der ÖBB fanden wir uns am Salzburger Hauptbahnhof und nach einer kurzen Wegstrecke zu Fuß bei der Messe ein. Dort angekommen wurde sogleich zielgerichtet der Makam-Döner-Stand angesteuert, um sich dort einen leckeren veganen Döner einzuverleiben, wie man hier sehr schön sehen kann 🙂

 

Nachdem der erste Hunger gestillt wurde wurden die Stände mit veganen Köstlichkeiten besucht und genussvoll verschiedenste neue Produkte verkostet. Passend dazu gab es auch einen Stand des Vebu-Deutschland, der demnächst eine neue B12 Zahncreme gemeinsam mit einem Hersteller auf den Markt bringt.  Das sind natürlich tolle Neuigkeiten für all jene, die bislang B12 über Tabletten supplementiert haben oder denen schlicht der sog. Intrinsic Faktor fehlt, um B12 über den Darm aufzunehmen – das B12 gelangt hier direkt über die Mundschleimhaut in die Blutbahn!

Auf der 1. Veggie Planet gab es auch viele Vorträge sowie Kochshows zu bewundern, die zahlreiche Besucher anlockten. Besonders beliebt waren zudem die Stände von Muso Koroni (einem veganen Textil- und Schuhhändler, bald mit einer Filiale in Wien) sowie Vegourmet mit seinen zahlreichen Produkten wie veganem Käse oder Wurst oder auch dem Formosa, einem Restaurant in Wien das Produkte wie falsche Ente oder Steaks aus Sojaeiweiß anbietet (wer mal in Wien ist sollte hier unbedingt mal reinschauen). Auch der dt. Versand alles-vegetarisch.de war mit vielen Produkten vertreten – auf Anfrage wurde mir versichert, dass man in den nächsten Wochen/Monaten den in den USA sehr beliebten Daiya-Käse anbieten wird. Man darf gespannt sein!

Insgesamt war es ein toller Ausflug und wir waren alle pappsatt vom Döner und den vielen Kostproben! Nachdem ausgiebig probiert und eingekauft wurde ging es bei sehr schönem Wetter noch in den Mirabell-Park zum Entspannen und Vitamin-D tanken. Mit der ÖBB gings dann zurück Richtung Linz und wir alle können es kaum erwarten bis die nächste Veggie-Messe steigt – mit noch mehr Programm und noch mehr Kostproben 😉

PS: Da zeit- und raumgleich auch die alternative Paracelsus Messe stattfand, gab es auch einiges an Naturkosmetik sowie diverse Stände mit allerlei fragwürdigen Produkten wie schlappe 2.500 Euro teure Wasser-Energetisierer oder wirklich schlecht schmeckenden Energie-Drinks. Den Vogel schoss jedoch ein Stand mit Waren aus Seide (!) ab. Wir waren etwas überrascht, dass man seitens der Veggie-Planet Veranstalter diesen Stand so nahe an den veganen Ständen duldete. Vermutlich wird er aber auch den Veranstaltern ein Dorn im Auge gewesen sein und aufgrund der hohen Besucherzahl speziell bei den Veggie-Ständen vermute (und hoffe) ich persönlich, dass die nächste Veggie-Planet auch ohne die Paracelsus-Parallelveranstaltung auskommt.

 

Demobericht 17.03.2012

Auch vergangenen Samstag trafen sich wieder wackere Tierschützer – zum ersten Mal im Jahr 2012 bei wirklich angenehmen Temperaturen und Sonnenschein vor der Linzer Kleider Bauer Filiale um gegen den nach wie vor stattfindenden Echtpelzverkauf zu demonstrieren und über die tragischen und schrecklichen Lebensbedingungen der Pelz- und Nutztiere zu informieren.

Getrieben vom schönen Wetter flanierten tausende Leute auf der Linzer Landstraße und nahmen mit guter Laune zahlreiche Flyer entgegen und informierten sich sehr interessiert über die unzähligen Tierschutzthemen. Wir wurden auch mehrmals gefragt, warum wir jeden Samstag ausgerechnet vor der Kleider Bauer Filiale stehen. Durch sachliche und freundliche Aufklärung konnten wir sogar eine junge Mutter mit zwei Kindern davon überzeugen, die Kleider Bauer Filiale zu meiden und ihren Einkauf in einem anderen Modegeschäft fortzusetzen.

Es konnten ebenfalls wieder einige Unterschriften und Spenden gesammelt werden, nicht zuletzt durch die starke Anziehungskraft unserer beiden “Maskottchen“, dem Tierschutzhasen und dem Befreiungsschwein, auf Kinder, die begeistert ihre Eltern zum Demonstrationstisch zerrten und sehr traurig darüber waren, dass es Menschen gibt, die Tiere so leiden lassen.

Leider mussten wir schon nach 2 Stunden den Platz wieder räumen, jedoch nicht ohne zum Abschluss noch eine angeregte Diskussion mit ein paar Jungbauern zu führen – die allerdings nicht aggressiv oder beleidigend auf uns zukamen, sondern ausnahmsweise einmal sachlich und freundlich waren.

Zum Abschluss bleibt nur noch ein Gedanke: Was kann es Schöneres geben, als das herrliche Wetter zu genießen und sich gleichzeitig für unsere lieben und fühlenden Mitgeschöpfe, die Tiere, einzusetzen. Auf dass wir in Zukunft alle in Frieden nebeneinander leben können!

(Bericht von Marcus B. und Natalie S.)

Melanie Joy „Why we eat pigs, love dogs and wear cows“

Bericht einer Buchpräsentation

Die Bezeichnung „Karnist“ unterscheidet sich von Karnivore darin, dass ein Karnivore (biologisch gesehen) Fleisch essen muss, um zu überleben, ein Karnist aber tut dies zwar nicht unbedingt immer aus Überzeugung, aber weil es das Fleischangebot gibt und er entsprechend in diese Ideologie gewissermaßen hineingeprägt wurde.

Wieso reagieren Karnisten auf grausames Anschauungsmaterial scheinbar gar nicht, und wieso ändern sie nicht einfach ihren Lebensstil, wenn sie es doch auch schrecklich und unangenehm finden? Der Großteil der Menschheit wurde in unserer Gesellschaft ja so erzogen, einige Tiere zu lieben und andere zu essen. Aus diesem Grund machen viele die Verbindung von ihrem Steak, Schnitzel, oder was auch immer auf ihrem Teller liegt, zu dem eigentlichen Tier nicht. Dazu hat Melanie auch einen kurzen Clip über ein Abendessen gezeigt: Ein Paar wird zum Essen eingeladen, ein Fleischgericht wird serviert, große Begeisterung über ihr Mahl. Aber als der Mann fragt, wie es zubereitet wurde, erfahren sie von ihrem Gastgeber, dass es sich um Golden Retriever Fleisch handelt, woraufhin sie es durch die Assoziation mit dem Bild des Hundes nicht fertig bringen, weiter zu essen. Bei Tieren, die in der Gesellschaft als genießbar gelten, geschieht das nicht in dieser Form.

Melanie Joy – The Psychology of Eating Meat (Youtube)

Das System des Karnismus basiert auf Mythen, die von Menschen geschaffen wurden und nun von den Konsumenten verteidigt werden, zum Beispiel durch Verleugnung der Wahrheit. Wenn man das Problem im Voraus nicht zugibt, dann existiert es nicht.

„Der größte Feind der Wahrheit ist oft nicht die Lüge sondern der Mythos – hartnäckig, überzeugend und unrealistisch. Allzu oft genießen wir eine bequeme Meinung ohne uns die Mühen eigener Gedanken zu machen.“ (John F. Kennedy)

Wegen des Glaubens an Mythen reagieren die karnistisch lebenden Menschen auf Konfrontation mit der Wahrheit (durch ein Essen zusammen mit einem veganen Familienmitglied zB) auch nicht dankbar, sondern ärgerlich, ignorant oder distanziert. Aber der Grund dafür ist nicht Gleichgültigkeit, sondern das genaue Gegenteil: Menschen sorgen sich um das Wohl von nicht-menschlichen Tieren. Sie können Tiere nicht leiden sehen, aber sind möglicherweise psychologisch noch nicht bereit, sich zu ändern. Auch gute Menschen können schlechte Angewohnheiten haben.

Deshalb ist es für vegane Menschen auch wichtig, nicht einzig und allein auf Konfrontation durch Fakten zu setzen, sondern auch die eigenen Erfahrungen mit den Erfahrungen von Karnisten zu verknüpfen, so dass der Spalt zwischen den beiden Gruppen nicht noch mehr wächst oder sie verfeinden. Fast alle Veganer haben früher auch tierliche Lebensmittel zu sich genommen und vielleicht sogar die Wahrheit über kurz oder lang verweigert. Wenn Karnisten feststellen, dass Veganer nicht kontra-Karnisten, sondern kontra-Tierleid sind, dann schrumpft auch die Voreingenommenheit.