Monatsarchiv: Dezember 2011

Silvester-Demo 2011

Silvester – die letzte Gelegenheit im Jahr, etwas Sinnvolles mit der verbleibenden Zeit anzufangen. Und was gibt es Sinnvolleres als sich gemeinsam für die Schwächsten stark zu machen! Also stellten engagierte Aktivist_innen, wie jeden Samstag, auch heute wieder eine gelungene Demo gegen Tierpelzverkauf bei Kleiderbauer auf die Beine. Nicht nur mit Flugblättern, Plakaten, sachlich-freundlichen Diskussionen, Hasenkostüm, Straßenkunst-Malkreide, Petitionen etc wurde vermitteln, dass Tierqual für achtlose Eitelkeit nichts verloren hat in einer zivilisierten Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

Auch die vergangenen Samstag spontan gegründete Tierrechts-Gesangsgruppe verzauberte, in abgeänderter Besetzung, mit neuen kritischen Texten zu schönen alten Melodien wieder die Stadt.

Und um unvegan lebende Mitmenschen mit ihren Sinnen auch direkt erleben zu lassen, auf welche Genüsse sie so verzichten, gabs wieder leckere Kekserl und sogar köstliche Bananenschnitten, von denen sich auch wieder alle hellauf begeistert zeigten: „besser als alle nicht-veganen Kekse und Kuchen!“ – Enttäuschung gabs wie immer wieder nur darüber, dass wir keinen Veggie-Keks-und-Kuchen-Shop betreiben.

Vegane KekseRückblickend wurden durch die Repression gegen Tierschutz zwar Schandtaten begangen, die sich nie wieder gut machen werden lassen. Es wurden aber auch sehr viele ehemals unpolitische Menschen politisiert, und nie zuvor gab es in Oberösterreich eine so lebendige Veggie- und Tierrechts-Szene, und so viele Menschen, die ihrer Freizeit dadurch Sinn geben, dass sie sich gemeinsam engagieren für die Rechte der Tiere. Und wenn es weiterhin so Spaß macht, werden auch im neuen Tierschutz-Jahr 2012 sich sicher noch mehr neue Aktivist_innen, alle auf ihre persönliche Art, einbringen, und hoffentlich noch lange mit tanzen auf unserer Demo für zeitgemäße (post-steinzeitliche) Mode, Menschlichkeit und verantwortungsvollen Genuss.

Demo am 24.12.2011

Stimmungsvolle Weihnachtskundgebung gegen Tierpelzverkauf bei Kleiderbauer

Wie in fast allen Landeshauptstädten gibt es auch in Linz seit 2006 regelmäßig jeden Samstag Kundgebungen gegen den blutigen Pelzverkauf. Über die Jahre hat sich dabei nichts an der Ausdauer, Beredsamkeit und Freundlichkeit der engagierten Aktivist_innen geändert. Was sich allerdings (zum Besseren) geändert hat, ist die Zahl der Demonstrant_innen, sowie deren Kreativität, und in Folge die Stimmung auf den Demos. Durch die Repression gegen Tierschutz wurden viele ehemals unpolitische Menschen politisiert, und nie zuvor gab es in Oberösterreich so viele Menschen, die bereit sind, in ihrer Freizeit für die Rechte von Tieren auf die Straße zu gehen.

Pelzdemo im HasenkostümWenn aber Demos besser besucht werden, gibt’s auch mehr kreatives Potential auf den Demos, und so formierte sich letzten Samstag spontan eine Tierrechts-Gesangsgruppe, deren spontaner erster Auftritt auch gleich ein riesiger Erfolg war. Abseits von Sinn-entleerten Idyllen wurde mit neuen kritischen Texten zu schönen, bekannten Melodien von jungen, begnadeten Sänger_innen mit dem Brustton der Überzeugung eine Weihnachtsstimmung geschaffen, die vielen Passant_innen ein Lächeln ins Gesicht zauberte, sie berührte und animierte, stehen zu bleiben, um ihre Unterschrift gegen den unbarmherzigen Tierpelzverkauf bei Kleiderbauer abzugeben.

Dazu gab’s vegane Weihnachts-Kekse, von denen die Passant_innen nicht minder begeistert waren: „Besser als alle nicht-veganen Kekse!“ Enttäuschung gab’s alleine darüber, dass wir keine gewerblichen Kekserl-Backer sind.

Und schließlich feierte auf dieser stimmungsvollen Demonstration für die Geburt der Menschlichkeit in allen Menschen auch unser neues Hasenkostüm Premiere. Ein freundlicher Blickfang, in dem auch auf kommenden Demos noch so manches Flugblatt verteilt werden wird.

Tierschutzerfolg: Einigung in der Kastenstandfrage

Der Protest gegen die tierquälerischen Kastenstände, welcher auch in Linz omnipräsent war, hat sich ausgezahlt. Das lebenslanger Einsperren der Mehrheit der österreichischen Mutterschweine in nur etwa körpergroße Käfige wird  beendet werden. Das teilte der VGT am 22.12.2011 auf seiner Website mit. Leider gelten die vereinbarten Regelungen nicht für Betriebe mit 10 oder weniger Schweinen: diese dürfen ihre Schweine wie bisher – und ohne Ablaufdatum! – ununterbrochen im Kastenstand oder Abferkelgitter halten. Darüber hinaus beinhaltet die Einigung bisher im Tierschutz nie dagewesenen Übergangsfristen von bis zu 21(!) Jahren.

Eine genaue Erklärung der Einigung könnt ihr auf der Seite des VGT, genauer hier nachlesen.

Im Idealfall (d.h. wenn keine Einschränkungen greifen) dürfen die Schweine bereits in ca. einem Jahr „nur“ noch 119 Tage pro Jahr, anstatt, wie jetzt, 365 Tage pro Jahr im Kastenstand gehalten werden. Spätestens 2033 wird diese Zeit (ausgenommen wie gesagt für Betriebe mit weniger als 11 Schweinen) „nur“ noch 36 Tage betragen.

Vielen Dank an alle Aktivist_innen und Unterstützer_innen die diesen Erfolg für die Tiere durch ihren Einsatz ermöglicht haben!

 

Brücken-Demo vom 16.12.2011

Autobrücken-Transpi-Demo beim Plus-City gegen illegale Kastenstände vom 16.12.2011:

Sechs Aktivist_innen der Tierrechtsgruppe Linz fanden sich heute, um die Mittagszeit, auf der Autobrücke in Linz-Pasching, nahe Plus City Einkaufszentrum, ein, um die vorbeifahrenden Autos mittels großem Transparent auf die Blockadepolitik der ÖVP in der Kastenstandfrage hinzuweisen. Trotz Dauerregen harrten die Tierschützer den ganzen Nachmittag aus bis es dunkel wurde. Viele Autofahrer bekundeten mit Lichtsignalen, Autohupe, Thumbs-up und veganen Keksspenden ihre Sympathie und Solidarität, und eine Passantin verschob sogar ihre Weihnachtseinkäufe, um sich spontan dieser Demonstration für Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit anzuschließen. Dies bestätigt einmal mehr, was auch schon eine repräsentative Umfrage des renommierten IFES Meinungsforschungsinstitutes erbrachte: eine große Mehrheit von 80% aller Österreicher wollen ein Verbot dieser gesetzwidrigen Tierquälerei, das nur noch von Tierqualminister Berlakovich verhindert wird.

(Verfasst von Roland H.)