Zum Verzehr bestimmt (Adams, Carol J.)

Mit großen Erwartungen auf Grund dieses vielversprechenden Titels und der komplexen Thematik, die dahinter steckt, geht man an das Buch heran, doch Vorsicht: zu viel sollte man sich besser nicht erhoffen.

Das Buch beginnt mit wirklich interessanten Thesen zum Zusammenhang zwischen Vegetarismus und Feminismus und man sieht nur zu klar die Verwandtschaft von Speziesismus und Sexismus. Besonders die Kapitel über die menschliche Sprache und wie man mit ihr Verdrängung und Unterdrückung in der Gesellschaft unbewusst fördern kann, ist wirklich lesenswert (zum Beispiel die Abstraktion der Tiere, indem man nur von „Fleisch“, „Verarbeitungsprozess“ etc. spricht).

Je weiter man liest, umso mehr verzettelt sich die Autorin aber in für mich teils nicht mehr nachvollziehbare Begrifflichkeiten, die einem den Spaß am Lesen durch immer gleiche Wortwiederholungen fast verderben. Möglicherweise liegt dies aber auch an der deutschen Übersetzung, vielleicht ist das englische Original empfehlenswerter?

Eigentlich hoffte ich mit dem Buch überzeugte FeministInnen an das Thema Vegetarismus heranzuführen, aber der Schwerpunkt liegt nach wenigen Kapiteln deutlich auf dem Vegetarismus und schreckt so denke ich manche FrauenrechtlerInnen eher ab, weil auf die Benachteiligung der Frauen in patriarchalen Gesellschaftsformen nur mehr wenig eingegangen wird.

Selten breche ich das Lesen eines Buches ab, dieses ist eines davon. Mag also sein, dass es gegen Ende hin noch richtig gut wird, wer weiß 😉

Karin S.

Adams, Carol J.: Zum Verzehr bestimmt – Eine feministisch-vegetarische Theorie. Peterson, Wolf Verlag. 2002 (übersetzt von Susanna Harringer)     ISBN : 978-3-900782-14-6    € 25,00

 

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