Singvogelfang

Das Fangen und Ausstellen wilder Singvögel ist ein spezifisch oberösterreichisches Tierschutzproblem

Beim Vogelfang werden Wildvögel zunächst mit Netzen und Fallen gefangen, um sie dann in winzigen Käfigen in der Adventszeit öffentlich auszustellen im Frühjahr, sofern sie noch am Leben sind, wieder frei zu lassen. Der Vogelfang dient keinerlei wirtschaftlichen Interessen, sondern ausschließlich der Traditionspflege und der Freude am Fangen wilder Tiere.

Zur gesetzlichen Situation des Singvogelfangs in Österreich (eingefügt aus dem Bericht des VGT: http://www.vgt.at/projekte/singvogelfang/fakten.php) :

„Seit 1. Jänner 2005 gilt das Bundestierschutzgesetz, dessen §5 Abs. 10 besagt: „[Tierquälerei begeht, wer] ein Tier […] einer Bewegungseinschränkung aussetzt und ihm dadurch […] schwere Angst zufügt”. Insbesondere das Fangen, aber auch das Halten von Wildvögeln in kleinen Käfigen, wie etwa bei Singvogelfang-Ausstellungen ist zweifellos eine Bewegungseinschränkung, die dem Tier schwere Angst zufügt. Zusätzlich gilt nach §2 (2) der Tierschutzgesetz-Veranstaltungsverordnung: Wildfänge mit Ausnahme von Fischen dürfen weder ausgestellt noch zum Kauf oder Tausch angeboten werden. Aber laut §11 oö. Artenschutzverordnung, die den Singvogelfang im Salzkammergut explizit erlaubt, gilt folgendes: Der selektive Fang von Vogelarten […] für die traditionellen Singvogelausstellungen darf nur [unter gewissen Voraussetzungen] bewilligt werden.

– Das Fangen von Singvögeln ist nach der oö. Artenschutzverordnung nur für die traditionellen Ausstellungen erlaubt, die aber nach dem Tierschutzgesetz verboten sind. Daher ist der Fang von Singvögeln jetzt verboten.

– Das neue Bundestierschutzgesetz verbietet den Singvogelfang. Die oö. Landesregierung will das neue Gesetz aber aufgrund fadenscheiniger Argumente nicht vollziehen.

– Tierschutzministerin Rauch-Kallat hat am 21. Juni 2005 einen Vorschlag für eine Ausnahmegenehmigung für Ausstellungen einheimischer Singvögel in die Tierschutzgesetz-Veranstaltungsverordnung zur Begutachtung veröffentlicht. Nach Ablauf der Begutachtungsfrist zog sie die Novelle aber aufgrund der fast ausschließlich negativen Stellungnahmen zurück. Nur das Land Oberösterreich soll sich für die Ausnahmegenehmigung ausgesprchen haben.

– Der Singvogelfang wurde in Salzburg und der Steiermark bereits verboten .

– Er widerspricht der Europäischen Vogelschutzrichtlinie.

– Im September (15.9.2005) begann im Salzkammergut wieder die Jagd auf die geschützten Vögel.“

Der Fang der Vögel

Zum Fang sind ca. 15 x 20cm große, bei Berührung zuschnappende Netze oder kleine Bodennetze (bis 1x1m Größe) zulässig, es ist aber nicht auszuschließen, dass auch noch andere Fanginstrumente Verwendung finden (z.B.: Schlagkloben oder Kastenfallen). Viele Vögel erleiden schwere Verletzungen durch die Fallen.

Die Haltung der Vögel

Die Vögel werden nach dem Fang üblicherweise kurze Zeit in sehr kleinen Käfigen (ca.30x20x30 cm) dunkel gehalten. Dann kommen sie in eine Voliere von 4 m³ Volumen mit einer Höhe von 1,5 m, die ebenso oft im Dunkeln steht und in der auch die Lockvögel ganzjährig leben müssen. Die jährlich etwa 15 Vogelausstellungen finden ab Ende November statt, wobei jeder der 18 Vogelfängervereine sein eigenes Ausstellungslokal besitzt. Die jeweiligen Vögel einer Art mit dem besten Gesamteindruck werden bei dieser Ausstellung prämiert, was für den Vogelfänger höchste Anerkennung bedeutet. Durch das Einsperren in die Käfige und die jahrmarktähnlichen Ausstellungen erleiden die scheuen Wildtiere schwerste Schock-, Angst-, und Panikzustände.

Wenn sie nach der monatelangen Qual endlich wieder frei gelassen werden, haben viele Vögel ihre Fähigkeit zur natürlichen Nahrungssuche verlernt und sterben meist wenige Tage später.

Der Handel mit den Vögeln ist zwar verboten, kommt allerdings ebenfalls vor.

Es sei noch einmal betont, dass der Singvogelfang in Oberösterreich stattfindet!

(Quelle: http://www.vgt.at)

One Response to Singvogelfang

  1. Wie kann oder darf es eine *Tradition* geben, bei der Lebewesen an Leib und Leben gefährdet bzw. bedroht, verängstigt werden. Ich finde es stellt allen PolitikerInnen ein emphatisches Armutszeignis aus wie sie dies, aus welch fadenschinigen gründen auch immer erlauben. Wie halt so oft: *Tierquälerei aus Gründen der Belustigung und des Zeitvertreibes.*
    Mein Gott wie armselig …

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