Pelz

Bereits seit 1998 ist die Pelztierzucht in Österreich aus Gründen des Tierschutzes verboten. Trotzdem ist der Import von Pelz weiterhin erlaubt.

Etwa 50 Millionen Nerze und 8 Millionen Füchse, sowie eine geringere Anzahl von Chinchillas, Waschbären, Wieseln, Nutrias, Zobeln und anderen Pelztieren, werden jedes Jahr für die Pelzmode getötet.

Pelztierfarmen
Tausende Füchse und bis zu 500,000 Nerze leben hier wie die Hühner in der Legebatterie. Nur ist es noch schlimmer, weil diese Pelztiere im Gegensatz zu Hühnern einerseits Wildtiere sind und andererseits als Einzelgänger und nicht in der Herde leben.

Marktführer in Sachen Pelz-„Produktion“ ist mittlerweile China. Ein Video über die „Pelzernte“ in China finden Sie hier.

Eine ausführliche Dokumentation über die Pelztierhaltung finden Sie am Ende der Seite in unseren Filmtips.

Fallenfang
Noch immer werden etwa 15-30% der am Markt erhältlichen Pelze mittels Fallenfang gewonnen. Seit 1996 in der EU und in den meisten US-amerikanischen Staaten verboten, sterben noch immer 60 Millionen Tiere jährlich in Kanada, Alaska und Rußland diesen grauenhaften Tod. Die Fallen schnappen zu, brechen die Knochen, verletzen aber den Pelz nicht. Unterwasserfallen halten das Tier, bis es ertrinkt. Die anderen müssen tagelang warten, bis der Fallensteller sie findet und tötet.

Pelz aus „artgerechter Haltung“ und „Ökopelz“
Um die Tierschutzbedenken der VerbraucherInnen zu zerstreuen, wird oft behauptet, der verwendete Pelz stamme aus „artgerechter Haltung„.

Auch diese Pelze aus „artgerechter Haltung“ stammen aus Pelztierfarmen. Da es sich bei Nerzen und Füchsen um nicht domnestizierte Wildtiere handelt, können diese in der üblichen Käfighaltung niemals auch nur annähernd „artgerecht“ gehalten werden. Eine Freilandhaltung für Pelztiere gibt es nicht.

Weiters wird manchmal sogenannter „Ökopelz“ angeboten. Dieser soll aus „kontrollierter Jagd“ stammen. Doch auch für diesen Pelz müssen Tiere leiden und sterben. Wie die Jagd auf Füchse aussieht, können Sie in unserem Artikel über Jagd, genauer hier, nachlesen.

Dass die Jagd auf Füchse zur „Bestandskontrolle“ notwendig ist, ist mittlerweile widerlegt. Füchse kontrollieren ihre Population in nicht-bejagten Gebieten selbst durch ihre Sozialstruktur (ähnlich wie Wölfe). In Gebieten, in denen diese durch die Jagd zerstört wird, kommt es zu unkontrollierter Vermehrung, so dass sogar eine Dezimierung um 2/3 des Herbstbestandes im nächsten Jahr wieder ausgeglichen ist.

Nähere Informationen zum „Ökopelz“ finden Sie in diesem Artikel: http://www.fuechse.info/index.php?navTarget=artikel_texte/oekopelz.html

Ökologie und Gesundheit
Dass Pelz alles andere als ein ökologisches Naturprodukt ist, macht auch eine aktuelle Untersuchung von vier Pfoten klar, die Pelzprodukte auf chemische Rückstände untersuchte.  Dabei wurden regelrechte Chemiecocktails gefunden, die beim Menschen Krebs, Allergien, Nervenschäden oder Hormonstörungen auslösen, die Schleimhäute reizen oder die Fortpflanzung beeinträchtigen können. Kein einziges der getesteten Produkte (getestet wurden Pelze von Jacken, Mützen, Krägen, Schals oder Kapuzen von nationalen und internationalen Modeketten) war „ohne Beanstandung“ und mehr als ein Drittel der Proben war so hoch belastet, dass Anzeige erstattet wurde. Das am meisten belastete Produkt war eine Jacke für Kinder!

Eine wissenschaftliche Studie ergab ausserdem, dass die Erzeugung eines Tierpelzmantels 66-mal mehr Energie benötigt, als die Erzeugung eines gleichwertigen Kunstpelzmantels. Denken Sie nur an die vielen Tiere, die für einen Tierpelzmantel ein Jahr lang täglich gefüttert werden müssen (etwa 3 Tonnen Nahrung). Diese Nahrung muss erst hergestellt und dann herantransportiert werden und zuletzt muss man die Gülle wieder entsorgen (rund 1 Tonne pro Tierpelzmantel).

Pelzkrägen, Bommel und andere Applikationen
Der Trend bei Pelz geht weg vom Pelzmantel hin zu Pelzapplikation wie Kapuzenkrägen, Bommel an Mützen oder Schals, Futter für Schuhe, Material für Handytaschen , Saum von Westen uvm. Etwa die Hälfte des Umsatzes der Pelzindustrie in Europa geht mittlerweile darauf zurück. Solche Produkte werden von KonsumentInnen oft gekauft ohne zu wissen, dass es sich um echten Pelz handelt, welcher oft noch geschoren, gefärbt o.ä. wird. Auch am Preis unterscheiden sich solche Produkte meist nicht von Kunstpelz. Artikel mit Echtpelz gibt es mittlerweile sogar schon im Ein-Euro-Shop zu kaufen. Eine Kennzeichnungspflicht für Echtpelz gibt es leider nicht.

Wie Sie Echtpelz von Kunstpelz unterscheiden können erfahren Sie hier.

Filmtipps:

Massaker für die Eitelkeit (Doku, 26 min): Wie leben Füchse und Nerze in der Natur? Und wie sieht die Pelztierhaltung im dritten Jahrtausend aus?

Pelz aus China?: Wie die „Pelzernte“ in China aussieht, wurde in diesem Video dokumentiert. China liefert als Marktführer mehr als 50% der weltweit produzierten Pelzkleidung.

Und wie leben „Pelztiere“ in der EU? Hier gehts zu aktuelle Videos aus Pelztierfarmen in Deutschland sowie aus Polen.

Linktipps:

Gift im Pelz: Vier Pfoten untersuchte Pelze auf giftige Rückstände, nähere Informationen finden sie direkt hier.

(Quellen: http://www.tierrechtsfilme.at, http://www.fuechse.info, http://www.vier-pfoten.de, http://www.vgt.at)

3 Responses to Pelz

  1. Brigitte V Innendorfer-Kitzmüller

    Ganz schlimm geht es in meinem Lieblingsgebiet Skandinavien zu…

    und ich hab das bis gestern noch nicht mal gewusst… :/

  2. b dies das richtige Forum ist, für meine Worte? Da ich auch vegetarisch erzogen wurde, auch heute kaum Fleisch esse, dennoch auf die Jagd gehe und Pelzfarmen besuche, habe ich solche Machenschaften, wie in den Videos, nicht erlebt.

    Trotz all dem kleide ich mich gerne in Pelze, da sie kuschelig, warm und auch modisch sind. So achte ich darauf, woher die Felle stammen und am liebsten sind mir meine Pelze, wenn ich sie mir selbst erlegt und abgezogen habe. Dies beruhigt mich und so ist es für mich selbstverständlich, Pelz zu tragen.

  3. Ich denke mal dein Beitrag soll nur der Provokation dienen…
    Wenn nicht, welche Pelztierfarmen hast du denn da genau besucht? In Österreich sind Pelztierfarmen ja aus Tierschutzgründen verboten…
    Hier gibt es ein ganz aktuelles Video einer deutschen Pelztierfarm: http://www.tierschutzbuero.de/illegale-nerzfarmen/

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