Die Kunst, Widerstand zu leisten (Chris Moser)

Chris Moser – Restaurator, Künstler, Aktivist, Lebenspartner, Vater, …

Beeindruckend beginnt das Buch mit dem Schlussplädoyer, bevor es den Lebensweg des Autors beschreibt, wie er zum Tierschutz kam, bis zum 21. Mai. 2008: dem Tag, an dem sein Haus von Polizisten auf dem Kopf gestellt wird und er mit Handschellen an den Händen versucht, seine 2-jährige Tochter zu beruhigen, seine Söhne ablenkt und seine Frau probiert, die Übersicht über das Chaos, das die Soko verursacht, zu behalten. Nach 6 Stunden wird er vor den Augen seiner Familie abgeführt – Grund: §278a, der sogenannte „Mafia-Paragraf“.

Emotional berichtet Chris Moser von seinem fast 3-monatigen Gefängnisaufenthalt, wie er versucht, mit der Sache klarzukommen, dass er unschuldig hinter Gittern sitzt und sowohl seine Ehefrau, als auch seine 3 Kinder vermisst.

Vom ersten Tag seiner Gefangenschaft bis zu Ende des Prozesses führt der Autor Tagebuch und berichtet, wie er den Gefängnisalltag erlebt und überlebt. Immer wieder sind seine Gedanken bei seiner Familie, weil er befürchtet, dass er den Kontakt zu seinen Kindern und die Liebe zu seiner Frau verliert. In seiner erzwungenen Freizeit macht er sich Notizen und malt und bastelt, um nicht an der Ungewissheit zu verzweifeln.

Ein bewegendes Buch, das die Sichtweise des Tierschützerprozesses aus der Sicht eines Vaters erzählt, der alles versucht, um seine Familie während dieser schrecklichen Zeit zusammenzuhalten, aber dabei seine Überzeugungen nicht verliert.

Michaela F.

Moser, Chris: Die Kunst, Widerstand zu leisten – Ein Tatsachenbericht. Paperback Verlag. 2012  ISBN: 978-3-900009-91-5         €15,90

 

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