Katzen

Die Mindestanforderungen zur Haltung von Katzen nach dem österreichischen Gesetz sind:

  1. Katzen dürfen nicht in Käfigen. gehalten werden. Eine Ausnahme stellt die kurzfristige Unterbringung der Tiere zur veterinärmedizinischen Behandlung dar.
  2. Die Anbindehaltung von Katzen ist auch kurzfristig nicht erlaubt
  3. Werden Katzen in Gruppen gehalten, so muss für jede Katze ein eigenerRückzugsbereich vorhanden sein.
  4. Welpen dürfen erst ab einem Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Trennung aus veterinärmedizinischen Gründen zum Schutz des Muttertieres oder des Welpen erforderlich ist. Ist dies der Fall, so dürfen die Wurfgeschwister nicht vor dem Alter von acht Wochen getrennt werden. Eine Ausnahme ist nur dann zulässig, wenn dies dem Wohl der Tiere dient und die Personen, welche die Tiere in ihre Obhut nehmen, über die erforderlichen Möglichkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zur fachgerechten Aufzucht der Welpen verfügen.
  5. Die Katzen sind in ausreichender Menge mit geeignetem Futter und Wasser zu versorgen.
  6. Räumen in denen Katzen gehalten werden sind sauber zu halten. Den Katzen muss eine ausreichende Anzahl von Katzentoiletten zur Verfügung gestellt werden, die entsprechend sauber zu halten sind.
  7. Den Katzen muss die Möglichkeit zum Krallenschärfen geboten werden.
  8. Wohnungskatzen ist Katzengras oder gleichwertiger Ersatz zur Verfügung zu stellen.
  9. Den Katzen müssen Beschäftigungs- und erhöhte Rückzugsmöglichkeiten geboten werden.
  10. Werden Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie gehalten, so sind sie von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern diese Tiere nicht zur kontrollierten Zucht verwendet werden oder in bäuerlicher Haltung leben. [Anmerkung: Lt. Stellungnahme des Bundesministerium für Gesundheit sind mit Katzen in „bäuerlicher Haltung“ ausdrücklich nur Streunerkatzen gemeint . Eigene Katzen müssen auch von LandwirtInnen kastriert werden! Die Anwesenheit unkastrierter Streuner melden Sie bitte möglichst schnell bei einem Tierschutzverein.]
  11. Werden Tiere in Räumen gehalten, bei denen die Gefahr eines Fenstersturzes besteht, so sind die Fenster oder Balkone mit geeigneten Schutzvorrichtungen zu versehen.

Insbesondere das Ignorieren der gesetzlich vorgeschriebenen Kastrationspflicht verursacht jedes Jahr in Österreich unvorstellbares Tierleid. Viele Katzenbabies werden von ihren BesitzerInnen brutal getötet (ertränkt, überfahren,erschlagen,…) oder ausgesetzt. Wenn die ausgesetzten Katzen überleben, bilden sie Streunerpopulationen die sich unkontrolliert vermehren. (Ein Katzenpaar kann in fünf Jahren rein rechnerisch ca. 13.000 Nachkommen zeugen!) Diese Tiere müssen meist ohne ausreichend Futter, Witterungsschutz und tierärztliche Versorgung leben und sterben häufig langsam an Parasiten oder Katzenkrankheiten sowie an Autounfällen oder ausgelegtem Gift. Da die Tiere meist nicht an den Menschen gewöhnt sind ist auch eine Vermittlung oft nicht möglich. Viele, meist ehrenamtlich arbeitende TierfreundInnen versucht der Katzenschwemme durch Kastrationsprojekte Herr zu werden, was aber durch unkastrierte Freigängerkatzen immer wieder untergraben wird. (In Oberösterreich kümmert sich zum Beispiel der Verein Streunerkatzen OÖ um solche Tiere.)

Auch in Tierheimen und Tierschutzvereinen warten unzählige Katzen auf ein neues Zuhause. Selbst wenn ein Besitzer alle Babies seiner Katze an gute Plätze vermitteln kann, wird damit einer Tierheimkatze die Chance auf genau diesen guten Platz genommen.

Aber auch sonst sprechen viele Dinge für eine Kastration (auch von Wohnungskatzen):

  • Markieren: Vor allem unkastrierte Kater, aber auch manche weibliche Tiere markieren mit großem Eifer ihr Revier mit ihrem Harn und machen auch vor teuren Teppichen und Möbeln nicht Halt.
  • Stress für Mensch und Tier: Eine unkastrierte weibliche Katze wird immer wieder rollig – auch wenn sie nicht ins Freie kommt, was sich häufig durch für die BesitzerInnen kaum auszuhaltendes, dauerndes Miauen äußert. Wird die Katze nicht gedeckt, kann es sogar zur so genannten „Dauerrolligkeit“ kommen. Auch ein unkastrierter Kater ist viel unruhiger und anderen Katzen gegenüber deutlich aggressiver. Dabei steigt nicht nur die Verletzungsgefahr bei Kämpfen, sondern auch die Ansteckungsgefahr mit potentiell tötlichen Katzenkrankheiten deutlich!
  • Kastrierte Tiere streunen weniger: Sie sind nicht mehr ständig auf der Suche nach einem geeigneten Fortpflanzungspartner und bleiben mehr in der Nähe ihres Zuhauses. Das vermindert auch die Wahrscheinlichkeit von Verkehrsunfällen und ansteckenden Krankheiten!
  • Kastrierte Katzen leben länger: Durch die Entfernung der Hormondrüsen werden unangenehme oder sogar schwerwiegende Erkrankungen verhindert bzw. das Risiko, daran zu erkranken, vermindert (z.B. Brusttumore, Gebärmutterentzündungen, Hodentumore,…). Untersuchungen haben ergeben, dass kastrieret Tiere im Vergleich zu unkastrierten doppelt so alt werden können!

Viele Menschen denken, daß ihre Katze trotzdem einmal Babies bekommen soll oder möchten diese aus anderen Gründen nicht kastrieren. Diese Einstellung beruht in der Regel auf einem der folgenden häufigen Irrtümern, denen die Streunerkatzen OÖ eine eigene Seite gewidmet haben :

http://wissenswertes.streunerkatzen.org/irrtuemer.htm

Wenn Sie überlegen, eine (oder mehrere?) Katzen bei sich aufzunehmen empfiehlt sich im ersten Schritt, sich über die Bedürfnisse von Katzen zu informieren um festzustellen, ob sie überhaupt als KatzenhalterIn geeignet sind.

Die wichtigsten Fragen, die sie sich als zukünftige KatzenhalterIn stellen sollten, sind hier zusammengefaßt:

http://katzen.deine-tierwelt.de/news_info/info_blog/voraussetzungen-351/voraussetzungen_fuer_die_katzenhaltung-75/

Bitte bedenken Sie auch, das insbesondere Katzen in Wohnungshaltung sowie Katzenkinder niemals einzeln gehalten werden sollen (seltene Fälle von Unverträglichkeit mit Artgenossen bei älteren Katzen natürlich ausgenommen!) Vor allem junge Katzen brauchen unbedingt Spielgefährten, aber auch ausgewachsene Katzen benötigen den Kontakt zu Artgenossen.  Das ist auch in ihrem Sinne – denn eine gelangweilte und einsame Katze kann ihren Unmut unter anderem durch Zerstörungswut und Unsauberkeit kundtun!

Wenn Sie sich nach reiflicher  Überlegung dafür entscheiden, ihr Zuhause mit einer oder mehreren Katzen teilen zu wollen, wenden sie sich bitte an ihr örtliches Tierheim oder eine der zahlreichen Tierschutzorganisationen, die Katzen vermitteln. Dort finden Sie Katzen aller Altersgruppen, die in der Regel bereits geimpft und oft sogar schon kastriert sind und man steht ihnen nicht nur vor der Vermittlung, sondern auch danach noch mit Rat und Tat zur Seite!

In Oberösterreich vermittelt zum Beispiel der Verein Kittenfriends ungewollte Katzen, insbesondere Babykatzen von Bauernhöfen.

Bei Fragen zur Katzenhaltung oder Problemen mit ihrer Katze helfen ihnen Tierschutzvereine natürlich auch gerne weiter! Ansonsten können Sie sich z.B. auch an eines der vielen Katzenforen im Internet (z.B. http://www.katzenforum.at) wenden, wo sich KatzenhalterInnen zum Thema Katze austauschen.

 

Quellen: Streunerkatzen OÖ, http://www.tierambulatorium.mannswoerth.at/Kastration-von-Katzen.51.0.html, http://www.ris.bka.gv.at/

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