Kategorie-Archiv: Tierhaltung

RespekTiere-Affengehe-Ausbau-Aktion @ Ried/Innkreis (31.08.18)

Einige Mitglieder des VGT OÖ haben am Dienstag gemeinsam mit RespekTiere in Ried im Innkreis dafür gesorgt, dass es zwei Affen an ihrem Lebensabend etwas schöner in ihrem Gehege haben.

Seit Jahren ist bekannt, dass in einem Vierkanthof mehrere Affen miserabel gehalten werden, RespekTiere hat daraufhin mehrmals versucht, hier Änderungen und Verbesserungen zu erwirken – erste Erfolge folgten: Die psychisch beeinträchtigte Tierhalterin wurde entmündigt und ein Sachwalter eingesetzt, das Affengehege wurde ein wenig ausgestaltet, eine Umsiedelung wurde zugesichert. (Einen Bericht über die Hintergrundgeschichte der Affen findest du hier.)
Das Wiener Tierschutzhaus hatte letztes Jahr sogar angeboten, die Affen zu übernehmen, jedoch muss bedacht werden, dass es sich um sehr alte Affen handelt, denen der Stress des Transports und der anschließenden kurzen Trennung (zum Zweck einer Quarantäne) nicht zumutbar ist. Die Affen verblieben also wiederum in Ried.
Passiert ist leider im Anschluss nur wenig – nach wie vor hatten die Affen nur wenig Möglichkeit zum Klettern oder Spielen, und das gerade bei Berberaffen, die nicht nur ausgesprochen gerne klettern, sondern auch in luftigen Höhen schlafen, was in ihrem derzeitigen Gehege überhaupt nicht möglich war.

RespekTiere hat die Sache daraufhin wieder in die Hand genommen und eine Aktion organisiert, um den beiden noch lebenden Affen ihren Lebensabend etwas angenehmer zu gestalten: Das Team traf sich nachmittags um 13:00 Uhr beim Sachwalter und baute dort eine Art Jagdstand, um den Affen einen Kletterbereich mit Schlafmöglichkeit zu bieten. Um 18:00 Uhr wurde dieser mit einem Anhänger zum Affengehege gebracht und dort bis 20:30 Uhr aufgebaut. Rundherum an den Gittern wurden Kletterbretter befestigt, geplant ist außerdem, in etwa ein bis zwei Monaten weitere Klettergerüste, eventuell mit Hanfseilen, zu ergänzen.

Trotz ihres hohen Alters hatten die Affen noch nicht einmal Namen – sie wurden daher auf Madonna und Cher getauft. Es bleibt zu hoffen, dass sich die beiden Affendamen wenigsten an ihrem Lebensabend etwas wohler fühlen können.

 

Hühnerrettungsaktion in OÖ @ Großraum Wels (20. + 21.07.2018)

Am 20. und 21. Juli 2018 fand dank vieler Freiwilliger eine große Hühnerrettungsaktion statt – ein Biobauer im Großraum Wels setzte einen Schlachttermin für ca. 1500 Hühner an, da er mit der Legeleistung nicht (mehr) zufrieden war. Veggie-Mitglied Bernadette nahm sofort die Organisation einer Rettungsaktion in die Hand und kümmerte sich darum, dass die teilweise stark mitgenommenen Hühner einen neuen Platz und ein schlachtfreies Leben bekamen.

Innerhalb von 2 Monaten fanden sich insgesamt für ca. 1250 Hühner private AbnehmerInnen in ganz Österreich, die restlichen wurden vom Verein Pfotenhilfe Lochen übernommen, der uns einen Puffer von 200 bis 400 Hühnern zugesagt hatte – danke!

Die Hühner haben das stressige Einfangen und den anschließenden Transport in den zahlreichen „Hühnertaxis“ gut überstanden und befinden sich bereits in ihren neuen Heimen, wie hier zu sehen ist:

Danke, Bernadette!!!

 

VGT-Supermarkt-Aktionen in Linz @ SPAR (14.07.2018)

Heute fand in Linz eine – etwas abgeschwächte – Supermarkt-Aktion in 3 Linzer SPAR-Filialen statt.

Dank einer Genehmigung des SPAR-Konzerns konnte der VGT (auch in Linz) in den letzten Monaten einige Supermarkt-Aktionen durchführen, um vor den Fleischregalen auf die Missstände in der Massentierhaltung aufmerksam zu machen. Diese Genehmigung hat uns der Konzern nun entzogen – mit der Begründung, dass ab 01. Juli bei Bio-Ferkeln die betäubungslose Kastration verboten wird. 95% aller männlichen Ferkel in Österreichs Stallungen werden dann nach wie vor betäubungslos kastriert, auch werden in dieser Begründung die Probleme der Intensivhaltung überhaupt nicht thematisiert!

Aus diesem Grund haben wir mit diesen Aktionen versucht, darauf aufmerksam zu machen, dass die Probleme nicht durch ein einzelnes, nur wenige Tiere betreffendes Gesetz vom Tisch sind.

Die Aktionen in Linz liefen alle ruhig und friedlich ab und waren ein symbolischer Akt des Mitgefühls für die Tiere und des Widerstands gegen unser mangelndes Tierschutzgesetz.

Alle Termine des VGT findest du hier: http://vgt.at/kalender/index.php
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✉ ooe@vgt.at

 

Linzer Film-Aktion des VGT @ Martin-Luther-Platz (13.07.2018)

Freitag Abend konnten PassantInnen auf der Landstraße Kurzvideos zum Thema Tierrechte sehen und für weitere Infos zum Thema gleich beim Infotisch  des VGT OÖ vorbeischauen.

Für die Film-Aktion haben zwei unserer engagierten Aktivisten ihren umgebauten Bus inklusive Fernseher bereitgestellt. Damit konnten wir gleich noch mehr Menschen auf der Straße erreichen.

Viele haben sich bei uns für die großartige Aktion bedankt, aber es gab auch zwei PassantInnen, die uns wenig freundlich gesinnt waren. Einer von beiden bespuckte sogar eine Aktivistin. Insgesamt hat dieses Vorkommnis aber wenig Gewicht im Vergleich zu dem vielfältigen positiven Feedback. Da wir auch gebeten wurden, die Aktion zu wiederholen, werden wir die Bitte gerne so bald wie möglich umsetzen!

Alle Termine des VGT findest du hier: http://vgt.at/kalender/index.php
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Offener Brief an den Landesjagdverband OÖ

Massenabschuss von klugen, leidensfähigen Lebewesen statt Ursachenbehandlung – ist das wirklich eine sinnvolle Lösung?

Wieder einmal hinter dem Rücken der Öffentlichkeit wurde ein Massenabschuss von 23000 Rabenkrähen und 2500 Elstern in OÖ geplant. Für die Äußerung von Bedenken der Tier- und Artenschutz Seite wurde kaum Zeit gelassen.

Den Krähenvögeln wird vorgeworfen, Schäden in der Landwirtschaft zu verursachen, weshalb nun tausende gefangen und getötet werden sollen. Dabei handelt es sich aber eindeutig um eine Symptombehandlung, die zudem auch noch zwecklos ist, da der Abschuss von Rabenpaaren nur verursacht, dass noch mehr Jungkrähen in die frei gewordenen Nischen einwandern. Die Zahl der Krähenvögel wird also durch den Abschuss nur weiter in die Höhe getrieben.

Ein Grund, der als Pro-Abschuss Argument genannt wird, ist auch häufig der Druck auf kleinere Tierarten, der durch Krähen und Elstern ausgeübt wird.
Doch die intensive Landwirtschaft ist der größte Grund für das Schwinden vieler einheimischer Tierarten bzw. für das Fördern einiger weniger dominanter Arten – unter anderem profitieren eben Krähenvögel davon.

Durch deren Abschuss wird aber keineswegs den Arten geholfen, die auch unter den Monokulturen und Pestizidverbrauch leiden, sondern ausschließlich der Intensivlandwirtschaft. Der Anbau von Tierfutter nimmt beispielsweise in Österreich und weltweit die größte Fläche in Anspruch. Massentierhaltung und Umweltzerstörung (und deren weitreichender Folgen für die Artenvielfalt) hängen also unmittelbar zusammen, das wird aber für eine Problemlösung weitgehend ignoriert. Stattdessen werden wie üblich Tiere geschossen, deren massenhaftes Auftreten zuvor vom Menschen gefördert wurde.

Statt weiterer destruktiver Eingriffe in die Natur und Tierwelt, muss endlich an den eigentlichen Ursachen für Artenschwund und Umweltzerstörung gearbeitet werden!