Category Archives: Tierhaltung

Offener Brief an den Landesjagdverband OÖ

Massenabschuss von klugen, leidensfähigen Lebewesen statt Ursachenbehandlung – ist das wirklich eine sinnvolle Lösung?

Wieder einmal hinter dem Rücken der Öffentlichkeit wurde ein Massenabschuss von 23000 Rabenkrähen und 2500 Elstern in OÖ geplant. Für die Äußerung von Bedenken der Tier- und Artenschutz Seite wurde kaum Zeit gelassen.

Den Krähenvögeln wird vorgeworfen, Schäden in der Landwirtschaft zu verursachen, weshalb nun tausende gefangen und getötet werden sollen. Dabei handelt es sich aber eindeutig um eine Symptombehandlung, die zudem auch noch zwecklos ist, da der Abschuss von Rabenpaaren nur verursacht, dass noch mehr Jungkrähen in die frei gewordenen Nischen einwandern. Die Zahl der Krähenvögel wird also durch den Abschuss nur weiter in die Höhe getrieben.

Ein Grund, der als Pro-Abschuss Argument genannt wird, ist auch häufig der Druck auf kleinere Tierarten, der durch Krähen und Elstern ausgeübt wird.
Doch die intensive Landwirtschaft ist der größte Grund für das Schwinden vieler einheimischer Tierarten bzw. für das Fördern einiger weniger dominanter Arten – unter anderem profitieren eben Krähenvögel davon.

Durch deren Abschuss wird aber keineswegs den Arten geholfen, die auch unter den Monokulturen und Pestizidverbrauch leiden, sondern ausschließlich der Intensivlandwirtschaft. Der Anbau von Tierfutter nimmt beispielsweise in Österreich und weltweit die größte Fläche in Anspruch. Massentierhaltung und Umweltzerstörung (und deren weitreichender Folgen für die Artenvielfalt) hängen also unmittelbar zusammen, das wird aber für eine Problemlösung weitgehend ignoriert. Stattdessen werden wie üblich Tiere geschossen, deren massenhaftes Auftreten zuvor vom Menschen gefördert wurde.

Statt weiterer destruktiver Eingriffe in die Natur und Tierwelt, muss endlich an den eigentlichen Ursachen für Artenschwund und Umweltzerstörung gearbeitet werden!

Earthlings Demo und Infotisch

Als Vorbereitung auf den Earthlings Tierrechts Demozug in Linz am 9.Mai versammelten sich am 25.April schon einige AktivistInnen auf der Landstraße mit Malkreide, Flyern und Schildern bestückt.

Menschen wurden nicht zuletzt durch die „Eathlings.com“ Straßenmalereien auf den Infotisch aufmerksam. In weiterer Folge gab es, wie immer, angeregte, aber freundliche Gespräche und viele Menschen, die sich über weitere Möglichkeiten, selbst einen Beitrag zu leisten, informierten. Vorbereitsungsdemo

Im Zentrum stand dabei der Demozug am 9.Mai gegen Massentierhaltung, für verantwortungsbewusstes Handeln eines jeden Menschen und für soziales Engagement für Mensch und Tier. Die Demonstration soll vor allem auf die eigene Verantwortung hinweisen und aktuelle Missstände ansprechen, so wie die Haltung und Schlachtung der sogenannten „Nutztiere“, die umweltbelastenden Auswirkungen von Massentierhaltung (die noch höher sind als die Nutzung von fossilen Brennstoffen) und auch die Misshandlung von Straßenhunden, wie zum Beispiel in Rumänien.

Aber auch die Lösung soll näher gebracht werden. Mag es auch anfangs eine Überwindung sein, selbst Engagement für die schwächeren Mitglieder in der Gesellschaft zu zeigen – durch tierfreundliche Ernährung, bewusste Konsum Entscheidungen oder durch aktiven Einsatz für Tiere – so ist es doch nicht so schwierig.

Bei der anschließenden veganen Verkostung am Linzer Hauptplatz werden tierfreundliche Alternativen zu Tierprodukten angeboten, so wie Rezepte und Infomaterial über aktuelle Themen, wie die Situation für viele Straßenhunde und wie mensch sich für eine Verbesserung einsetzen kann.

 

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Vortrag der SteirerInnen gegen Tierfabriken in Linz

Donnerstag, den 2.April, berichtete Franz Sökner von den „SteirerInnen gegen Tierfabriken“ in den Räumlichkeiten der Solidar Werkstatt über die Hintergründe der großen Massentierfabriken in der Steiermark.
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Tierquälerei stinkt

Besonders hervorgehoben bei dem Vortrag wurde das enorme Tierleid, das mit großen Tierbetrieben einher geht, aber auch die Gestanksbelastung für alle Anrainer.
Auf 0,7m² darf sich ein schlachtreifes Schwein ein Leben lang in einer Tierfabrik bewegen. In ihrem kurzen, eingeschränkten Dasein, haben sie nicht nur wenig Platz, sondern in den größten Betrieben mit den meisten Tiere auch keine Einstreu, kein Tageslicht und kein Leben. Die einzige Beschäftigung ist manchmal ein von der Decke hängender Ast, Ziegel, o.ä. , als „Spielzeug“, das sie mit der Schnauze anstoßen können. Die feine Nase erschwert das Dasein über dem eigenen Kot und Urin noch. Der unerträgliche Gestank ist auch, was das Leid der Tiere mit der starken Beeinträchtigung für Menschen verbindet.
Bei SteirerInnen gegen Tierfabriken haben sich Menschen zusammen gefunden, die einerseits das Tierleid und andererseits der andauernde Gestank im großen Umkreis um die Tierfabriken stört.

Weg vom Land

Von der Unbenutzbarkeit von Terrassen und Balkons über die Unverkäuflichkeit von Häusern in der Gegend bis hin zur Abwanderung von Menschen reicht der Effekt des Gestanks der Tierfabriken. Menschen in deren Umfeld verbleiben meist nur im Haus. Es wurde sogar von einer durch die enorme Beeinträchtigung schwer depressiven Frau berichtet.

Das Wachstum, von dem von gewissen politischen Kreisen geschwärmt wird, ist nicht zum Wohle der Menschen. Die Umweltbelastung steigt, die Zahl der Arbeitskräfte sinkt und junge Menschen ziehen eher in die Stadt. In Tierfabriken sind Tiere Ware und die Vorgänge automatisiert. Der Profit, der von einem Tier gemacht wird, ist nicht hoch, weshalb der Wachstumswahn noch zunimmt. Eine Situation, die auf Dauer nicht bestehen kann.

Kontrollen und Baugenehmigungsvorgang sehr parteiisch

Einer der wichtigen Hintergründe, der hinter den großen Massentierhaltungen steckt, ist die unzureichende Kontrolle – zu Lasten der Tiere, so wie auch der Anrainer.
Bei großen Tierhaltungen muss alle 10 Jahre eine Kontrolle durchgeführt werden. Aber selbst das kann umgangen werden. Leben bei dem Betrieb mehr als nur der Bauer, zB auch seine Frau, wird die Anzahl der Tiere durch die Anzahl der MitbewohnerInnen geteilt. Somit handelt es sich theoretisch nicht mehr um eine große Tierfabrik.
Auch bei dem Bau von neuen Tierfabriken gibt es fragwürdige Maßnahmen, die dazu führen, dass große Tierbetriebe gebaut werden dürfen. Für die Baugenehmigung muss eine Sachkundiger herangezogen werde, um zu prüfen, ob die Geruchsbelastung im Rahmen der Annehmbarkeit liegt. Doch diese Sachkundigen sind bei der Landwirtschaftskammer angestellt. Weitere Worte sind diesbezüglich nicht notwendig.

Tierfabriken und sauberes Wasser – zwei unvereinbare Dinge

Während des traurigen Daseins der Schlachttiere fallen gewaltige Mengen Kot und Urin an. Die Silos der Tierfabriken sind riesig und teils sogar sehr ortsnahe gelagert. Bei der Ausbringung der Gülle auf die Felder kommt es nicht selten zur Überdüngung, was einen großen Nitrit und Nitratanteil im Boden bedeutet. Dort verbleibt es aber nicht und gelangt in das Grundwasser – eine weitere Einschränkung der Lebensqualität der Menschen in der Umgebung. Da das Wasser nicht mehr trinkbar ist, müssen Reinwasserreservoire anderswo angezapft werden. Dadurch entstehen Unmengen von Kosten für die Leitungen.
Der Anteil an Nitrat im Wasser ist besonders für Kinder schädlich und kann den spontanen Kindestod verursachen. Schwangere sollen deshalb ein Jahr lang statt Leitungswasser Tafelwasser trinken.

Wieder zeigt sich, dass Massenproduktion von Tieren auf Dauer nicht bestehen kann. Zu groß und vielzählig sind die Nachteile.

Nahrungsmittelressourcen, Gesundheit, Menschenrechte

Auch die bereits wohl bekannten Tatsachen, wie die Verschwendung von pflanzlicher Nahrung für Kraftfutter, die gesundheitlichen Schäden von viel Fleischkonsum und der Eingriff in die Menschenrechte wurde angesprochen.
Nicht nur hierzulande gibt es ein Kleinbauernsterben, sondern auch in Entwicklungsländern, deren Grund für die Futtermittelproduktion gestohlen wird.
Dass ein Großteil der pflanzlichen Nahrung an Tiere verfüttert wird, damit ein kleiner Teil der Menschheit die Produkte gequälter Tiere essen kann, sollte jedem mitdenkenden Menschen alarmieren.
Wieder erkennt man den engen Zusammenhang von Menschen- und Tierrechten.

Die Tatenkraft bleibt

Die IST sind in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Steiermark weiterhin aktiv für eine Verbesserung der Lebensquälität von Mensch und Tier am Land.
Auch Organisationen, wie der Naturschutzbund, können jetzt Antrag auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Und das kann auch bis an das Bundesverwaltungsgericht gehen, was den Bau von Massentierfabriken, die die Umwelt und Menschen zu sehr belasten, verhindern kann.
Mit der Information und Motivation, die Franz Sökner vermittelt hat, werden auch die Linzer TierrechtsaktivistInnen die Arbeit gegen Massentierfabriken und für Tier- und Menschrechte weiterführen und vertiefen.
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MITMACHEN: „Tierrechte Jetzt“ in Graz!

Jetzt gibt es noch die Chance, sich für die Aktion „Tierrechte Jetzt!“ in Graz am 18.10.14 anzumelden, und zwar hier: http://www.vgt.at/tierrechte-jetzt/mitmachen.php

Beginn: 10:00 Uhr
Ort: Herrengasse 16 vor dem Landhaus

Die AktivistInnen halten tote Tiere in den Armen, Opfer der Fleisch- und Fischindustrie, sowie auch Opfer der Jagd, Verkehrsopfer, Tierversuchsopfer und „Nebenprodukte“ der Brütereien.

Mit der Aktion wird verdeutlicht, wie Tiere in unserer Gesellschaft ausgebeutet und getötet werden, für ein kurzes Geschmackserlebnis, für unsere Unterhaltung oder auch rücksichtslos im Autoverkehr. Manche werden einfach in den Müll geworfen, viele wurden bevor sie starben misshandelt und auf viel zu engem Raum gehalten.

Es soll auch daran erinnert werden, dass jede/r eine Verantwortung gegenüber den Schwächsten in der Gesellschaft hat und auch im Alltag mitentscheiden kann, wie Tiere behandelt werden.

Demos gegen Massentierhaltung und Massentötung

Gleich zwei Tierschutzdemonstrationen fanden am 27.9.14 in Linz statt. Sowohl gegen die Besatzdichteerhöhung in der Hühner- und Putenmast, als auch gegen die Hundequälerei in Rumänien wurde protestiert.

Gegen Massentierhaltung und die Verschlechterung in der Geflügelmast unterschrieben viele PassantInnen eine Petition, informierten sich ausgiebig und nahmen im Anschluss oft noch vegane Rezeptideen für zu Hause mit.

Auch das Thema Lebensmittelverschwendung wurde dabei wieder etwas in den Vordergrund gerückt, da besonders für die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern viele pflanzliche Nahrungsmittel verschwendet werden, nur um größten Teils in Gülle und Klimagase umgewandelt zu werden.

Auch die Hundedemo verlief bunt und produktiv. Dabei wurde ein sehr deutliches Zeichen gegen die ungerechtfertigte Massentötung von Straßenhunden gesetzt, das moralischen Vorstellungen jedes vernünftigen Menschen widerspricht. Als Vorwand für die Tötungen gilt die Behauptung, Straßenhunde hätten ein Kind in Rumänien totgebissen, was sich als unwahr erwies, da es sich dabei um Wachhunde gehandelt hat. Dennoch werden unschuldige Straßenhunde ermordet, egal ob kastriert oder nicht.

Im abschließenden Protestkreis, der mit Gitarrenmusik begleitet wurde, beendeten die AktivistInnen ihren Protest.