VGT Sommertour: gegen Ferkelkastration auch in Linz

Kastration ohne Betäubung ist in Österreichs Schweine-Tierfabriken nach wie vor legal und die Regel. Dank TierrechtsaktivistInnen, die sich wieder seit vergangenen Wochen für die Ferkel engagieren, rückt das Thema erneut vermehrt in den Vordergrund.

Üblich ist diese Grausamkeit deshalb noch, um den Ebergeruch von dem Fleisch so zu verhindern, dass es den Betreibern auch Tierarztkosten möglichst erspart. Zwar gibt es nicht verpflichtend vorgeschriebene, schmerzlindernde Mittel, die den Ferkeln verabreicht werden können, doch diese verhindern nicht den Schmerz während der Prozedur.

Um auf die Tortur hinzuweisen, die junge, männliche Ferkel in Tierfabriken erleiden müssen, zeigten AktivistInnen des VGT im Zuge einer Sommertour am 23.August 2016 auch in Linz (sowie in anderen Bundesländern davor) mit Hilfe einer 360° Brille einen Kurzfilm über intensive Schweinehaltung, die betäubungslose Kastration und schließlich die Schlachtung der Schweine. Der Name des Kurzfilms lautet „Durch die Augen eines Schweines“ und wurde produziert mit Thomas D von den Fantastischen Vier. Wie der Titel bereits passend aussagt, ist es möglich, mit der neuen Technologie aus der Sicht des Tieres, einen kurzen Ausschnitt des Alltags in Schweinefabriken mitzuerleben.
Viele der interessierten PassantInnen, die sich den Film angesehen hatten, äußerten sich im Anschluss schockiert.

DSC06588 DSC06608 DSC06648 DSC06674

Neben dem gezeigten Film wurde die Praxis der Ferkelkastration auch noch durch einen Aktivisten veranschaulicht, der sich symbolisch kastrieren ließ.

DSC06683

Bei den Infotischen kann auch eine Petition gegen betäubungslose Ferkelkastration unterstützt werden.

In Deutschland soll die betäubungslose Kastration von Ferkeln ab 2019 verboten werden und über schmerzfreie Alternativen wird bereits diskutiert. Das ist bereits ein Schritt in die richtige Richtung, woran sich auch Österreich orientieren sollte. Da aus Sicht der Tiere Massentierhaltung, sowie  Tierausbeutung allgemein abgeschafft gehört und jegliche tierquälerische Praxis verboten werden muss, kann dieses Ziel politisch Schritt für Schritt erreicht werden.

Ein Umstieg auf weitgehend tierleidfreie Produkte ist dafür jedenfalls unerlässlich. Denn nur durch die enorme Nachfrage wird Massentierhaltung und die einhergehende Tierquälerei aus wirtschaftlicher Sicht notwendig. Vegane und vegetarische Alternativen sind bereits in großer Vielfalt in Supermärken und Restaurants vorhanden und werden Jahr für Jahr erweitert. Diese Entwicklung wirkt der Misshandlung und Ausbeutung von anderen Lebewesen entgegen.

Aktions Ankündigung: Am Do, den 25. August findet in Wien vor dem Landwirtschaftsministerium eine Medienaktion zum Thema statt.
Donnerstag, 25. August 2016, 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr Landwirtschaftsministerium, Stubenring 1, 1010 Wien. Siehe: http://vgt.at/presse/news/2016/news20160823hl.php  
 

Wir bedanken uns für den Einsatz der AktivistInnen!
Quellen:
http://vgt.at/presse/news/2016/news20160823hl_2.php,
http://www.agrarheute.com/wissen/4-eckpunkte-weg-betaeubungslosen-ferkelkastration,
https://www.happycow.net/,
http://vgt.at/presse/news/2016/news20160823hl.php.

Gatterjagd-Infotische in Linz

Obwohl der wöchentliche Infotisch in Linz nicht in erster Linie dazu dient, vegane Ernährung zu verbreiten, sondern Menschen über unsere Schwerpunktkampagnen zu informieren und einzuladen, selbst dafür aktiv zu werden, um öffentlichen Druck zu erzeugen, begegnen zunehmend häufig Menschen uns mit „Ich bin schon vegan“ bzw. „ich interessier‘ mich für Veganismus, habts‘ ihr was zum Lesen.“ Diese Entwicklung hat sich rasch in nur wenigen Jahren gezeigt. Erfreulich ist auch, dass diejenigen als Hauptantrieb den umfassenden Ethikgedanken und die Umwelt sehen.

Aber auch für die Gatterjagdkampagne konnten in den vergangenen Wochen und Monaten in Linz viele Unterschriften gesammelt werden. Einige Menschen besuchen gerne den Infotisch, nachdem sie einen Flyer zum Thema erhalten haben.

Wer gerne selbst mitmachen will, ist immer herzlich eingeladen. Die Termine für die Infotische, Mahnwachen, Straßentheater etc. werden auf veggies-linz.at und unter https://www.facebook.com/VGT-O%C3%96-1587245624898667/?ref=bookmarks bekannt gegeben. Wer außerdem den OÖ Newsletter erhalten will, kann uns unter ooe@vgt.at kontaktieren.
Für Neuaktive gibt es auch eine facebook Gruppe, in der alle wichtigen Termine mitgeteilt werden: https://www.facebook.com/tierrechte.neuaktiv.linz/

Danke für die Unterstützung!

Bilder von einigen Infotischen 2016

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

13.August

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

13.August

DSC05841

16.Juli

DSC05555

18.Juni

DSC03723

28.Februar

DSC05145

16.April

 

Große Tierschutzdemo in Wien

Schlachthöfe, Gatterjagd und Tierversuche waren die Themen der Tierschutz-Großdemo des VGT in Wien, bei der VGT VertreterInnen aller Bundesländer teilnahmen.

Rund 350 Menschen versammelten sich mit dem gemeinsamen Anliegen Tierschutz am Christian-Broda-Platz und spazierten von dort gemeinsam zum Stephansplatz. Währenddessen wurden immer wieder kurze Stopps eingelegt, bei denen die PassantInnen über die Anliegen informiert wurden.

Nachdem der VGT Videomaterial aus den Schlachthöfen in Österreich erhalten hatte, wurde das Material der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wodurch zahlreiche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in Österreichs Schlachthöfen offen gezeigt werden konnten. Der Skandal wurde rasch überall bekannt. Leider handelte es sich dabei nicht um Ausnahmen, da die Aufnahmen nur über kurze Zeit entstanden und deshalb angenommen werden kann, dass das Fehlverhalten der angestellten bzw. auch legale, grausame Praktiken an Schlachthöfen üblich sind. Dazu zählen, dass ausbluten unzureichend betäubter Tiere, das Verwenden von Elektroschockgeräten im Gesichtsbereich, brutales Treten der Tiere, etc. etc.
Das zeigt abermals, dass der Großteil der Fleischprodukte, auch wenn sie aus Österreich oder sogar von Biohöfen stammen, nicht ethisch produziert wurde. Daher ist ein Umdenken der ProduzentInnen und vor allem der KonsumentInnen notwendig, damit genügend öffentlicher Druck entstehen kann, um diese Grausamkeiten zukünftig zu unterbinden.

Auch die Gatterjagd verursacht enormes Leid unter den gezüchteten Wildtieren. Im Gatter werden sie stundenlang von Menschen und Hunden gehetzt, bis sie letztlich von den zahlenden Jagdgästen erschossen werden oder auch nur schwer verletzt.
Oberösterreich hat keine Jagdgatter, versorgt aber andere Jagdgatter, indem dort jagdbares Wild gezüchtet und anschließend wegtransportiert wird.

Tierversuche sind ebenfalls wieder in das aktuelle Blickfeld des Tierschutzes gerückt. 2012 gab es eine vorerst erfolgreiche Kampagne anlässlich der Novelle des Tierversuchsgesetzes. Ein Kriterienkatalog sollte eingerichtet werden, um Tierversuche, die mit schwerem Leid verbunden sind, endgültig zu verbieten. Auch sollte es zu mehr Transparenz über die durchgeführten Tierversuche kommen, die online zugänglich gemacht werden sollte.
Aber zu dem Kriterienkatalog kam es nie, die Berichte über die Tierversuche wurden nicht ernst genommen und die Kommission besteht aus WissenschafterInnen, die sich gegenseitig darin bestärken, dass all ihre Tierversuche dringend notwendig sind. Tierschützer vor Ort haben dürfen keinen Einfluss auf das Geschehen nehmen.
Daher wird es in Zukunft wieder häufiger notwendig sein, Tierversuche zu thematisieren.

Die Demo endete am Stephansplatz, wo unter anderem auch die Vertreterin von Robin Hood zu Wort kam und die Endkundgebung abgehalten wurde.
Insgesamt konnten viele Menschen erreicht und einige interessante Gespräche geführt werden. Die Hoffnung auf eine baldige Verbesserung in den genannten Thematiken ist groß und es werden viele weitere Aktionen dazu folgen, bei der jede Unterstützung willkommen ist.

Vielen Danke für die Organisation und alle TeilnehmerInnen!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Artenschutz in Österreich

Je mehr Ausnahmen gemacht werden, desto eher werden sie zur Regel. Dieser Trend lässt sich in Österreich gut beobachten. Anstatt art- und tiergerechte Möglichkeiten zu finden, mit Auswirkungen der natürlichen Tierwelt auf Menschen und menschliches Eigentum, umzugehen, wird erleichternder Weise einfach Arten- und Tierschutzbestimmungen übergangen oder sogar geändert.
Artenschutz- bzw. tierschutzgemäße Maßnahmen sind natürlich mit mehr Aufwand verbunden – sogar mehr als ein Gesetz zu ändern – und erfordern ein gewisses Maß an Bewusstsein für die eigene Mitwelt, die über den eigenen Egoismus hinausgeht (was für einige bereits unvorstellbar großer Aufwand ist).

Beispiel Ziesel

In der Wiese beim Heeresspital in Stammersdorf gibt es noch ein Vorkommen von Ziesel, deren Anzahl inzwischen gesunken ist. Das wurde als Anlass genommen, die Baupläne für neue Wohnungen auf der Zieselwiese im Oktober 2015 zu genehmigen. Verantwortlich dafür ist, unter anderem, die Umweltstadträtin Ulli Sima, die sich damit eindeutig gegen ihre Umwelt entschieden hat. Obwohl es zahlreiche leerstehende Wohnungen in Wien gibt, hat sich die SPÖ ausgerechnet für ein Gebiet entschieden, in dem es eines der letzten Zieselvorkommen in Österreich gibt. Um die restlichen Ziesel von dem Gebiet zu verjagen, ist nun geplant, den Oberboden abzutragen, wenn sie aber nicht weichen wollen, werden die Pläne weiterhin ausgeführt.
Am 3.April fand eine Demo für den Schutz der Ziesel beim Heeresspital statt.
SprecherInnen des Wiener Tierschutzvereins, FPÖ, Grüne, ÖVP, Neos und RespekTiere, und TeilnehmerInnen vom VGT unterstützten das Anliegen für konsequenten Artenschutz.
Dennoch wurde am 11.April mit dem Oberbodenabtrag begonnen, woraufhin sich ebenfalls ca 100 AktivistInnen (hauptsächlich von IGL Marchfeldkanal) vor Ort versammelten und eine Anzeige nach §181f StGB einbrachten, nach dem geschützte Arten nicht beeinträchtigt werden dürfen. Die Arbeiten wurden aber nur für einen Tag durch den Protest gestoppt.

Obwohl wir manchmal etwas nicht erreichen können, ist es unglaublich wichtig, ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass sich die Öffentlichkeit FÜR Umweltschutz, Artenschutz, Tierschutz, etc. einsetzt und sich nicht unterkriegen lässt. Nur so haben wir eine Chance, solche Verstöße gegen Gesetze oder moralische Prinzipien zukünftig zu verhindern.

Beispiel aus OÖ: Krähenvögel

Rabenkrähen und Elstern sind wesentlich verbreiteter als Ziesel, waren aber als Singvögel bisher vor Abschüssen geschützt. Am 1.April 2016 ist aber eine Änderung des oö Artenschutzgesetzes in Kraft getreten, die es erlaubt 23.000 Rabenkrähen und 2500 Elstern jährlich zu erschießen – wir erwartet fiel der Beschluss hinter verschlossenen Türen.
Am 9.April fand deshalb eine Artenschutzdemonstration von VGT, RespekTiere und Pro-Tier gegen den Massenabschuss von Krähenvögeln statt.

Krähenvögel zeichnen sich durch ihre große kognitive Kapazität aus und haben auch einen ausgeprägten Familiensinn. Ein Krähenpaar verteidigt für gewöhnlich ein Revier vor Jungkrähen, doch wenn das Krähenpaar stirbt (bzw erschossen wird), rücken Junggesellengruppen von Krähen an und besiedeln das Gebiet. Die Sinnhaftigkeit dieser extremen Maßnahme ist also fraglich, was wahrscheinlich zu der Entscheidung geführt hat, dass Junggesellengruppen das ganze Jahr über erschossen werden dürfen. Um dem „Krähenproblem“ entgegenzuwirken wird also entweder ein viel weitreichenderer Abschuss benötigt (wenn das denn mit dem eigenen Gewissen vereinbar wäre) oder sinnvoller Weise eine Behandlung des eigentlichen Problems: Krähen profitieren von der intensiven Landwirtschaft, zu der besonders Futtermittelanbau für sogenannte Nutztiere beitragen (3/4 der gesamten Fläche).

Krähen sind aber nicht die einzigen Opfer der Intensivlandwirtschaft für Futtermittelanbau – natürlich Vorkommende Arten schwinden durch der Verlust des eigenen Lebensraums, Artengemeinschaften ändern sich drastisch, in Böden und Gewässern landet ein Übermaß an Nährstoffen, die auch dort dazu führen kann, dass sich wenige dominante Arten durchsetzen und andere aussterben…

Anstatt also immer mehr Bestandteile von Natur und Artenwelt zu zerstören, abzuschießen und zu töten, ist es dringend notwendig, die Ursachen zu behandeln, was sowohl Politik, Wirtschaft, als auch Konsumenten/BürgerInnen mit einschließt.

artenschutzdemo linz artenschutzdemo linz2 zieseldemo

Eindrücke vom Kreuzzug für Tierrechte

Dank dem Verein RespekTiere konnte der traditionelle Kreuzzug für Tierrechte dieses Jahr wieder in Linz abgehalten werden.

Rund 50 AktivistInnen von RespekTiere, VGT, veggies-linz, etc. versammelten sich dazu am 26.März am Hauptbahnhof und spazierten gemeinsam die Landstraße entlang, um auf das tägliche Tierleid in der Fleischindustrie hinzuweisen.
Zudem wurde auch Jagd thematisiert, denn in Oberösterreich werden Krähen und Elster entgegen jedem Artenschutzgedanken in Massen erschossen.
Aus diesem Grund werden auch in Zukunft weitere gemeinsame Aktionen für Tier- und Artenschutz in Linz stattfinden.

Danke an die TeilnehmerInnen und OrganisatorInnen und danke an RespekTiere für die Fotos!

K640__DSC2463 K640__DSC2506(1) K640__DSC2613 K640__DSC2716